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2015 Argentina Calling

Argentina calling....  Wir werden fliegen. Anfang Januar 2015 für 3 Monate und Argentinien vom Süden nach Norden durchreiten. Keine Ahnung wie weit wir kommen, aber wir kaufen in El Calafate Pferde, die wir dann entlang der Anden nach Norden reiten.  Zur Zeit stecken wir mitten in den Vorbereitungen für die 3000 km Tour. Pferde und Sättel, Ausrüstung und Routenplanung....  alles will geplant und vorbereitet sein.  Es wird nicht unkompliziert, aber abenteuerlich und spannend.  Spanisch lernen auf die Schnelle und dann kann es los gehen....  

Dank Caro haben wir einen Kontakt zu Gerardo und dessen Freunden in El Calafate.  Dort auf einer Estancia werden wir 3 Pferde auswählen und satteln. Sie wurden noch nie beschlagen....  So mal sehen, ob wir das Hinkriegen. Und Autos hagen die auch noch nicht wirklich gesehen, zumindest nicht in einer Stadt. Es wird Abenteuer....   Wir haben Sättel organisiert.  Einen schicken wir, zwei werden wir dort bekommen. Hoffentlich...  Alles andere müssen wir vor Ort, einkaufen... Zügel, Decken etc. Mal sehen wo es was zu kaufen gibt. 

26.11. 

Inzwischen haben sich Garmin- und Militärkarten eingefunden.  Diese sind 1:500 k und mindestens 30 - 40 Jahre alt, aber was anderes gibt es kaum. Die Garmin-Karte liefert mal wieder Grund zum Ärgern. Aber auf www.gps.com.ar habe ich endlich eine brauchbare digitale Topo Karte runterladen können. Papierkarten sind organisiert und die Verpflegung sowie die Ausrüstung probe-gepackt.  Ein Westernsattel kommt mit, die anderen werden wir vor Ort erwerben.  Die Pferde bekommen eine Ohrmarke (oder ähnlich), ein Bluttest auf Anämie und eine AKU wurden veranlasst. Ebenso die von einem Friedensrichter dokumentierten Verkaufs-papiere.  Caro Wolfer und die Long Riders haben uns mit hilfreichen Kontakten versehen und Jose, ein Weitreiter, der in El Calafate wohnt, wird die Pferde für uns aussuchen. Auch ein Schweizer Freund, der in Bariloche einen Reitbetrieb führt, unterstützt unser Vorhaben, mit wertvollen Hinweisen und Informationen.  Wir haben eine Route über 3000 km geplant, rechnen allerdings mit ca. 2000 km, die wir in den 3 Monaten zurücklegen können.  Die Ausrüstung wiegt alles in allem 23 kg dazu kommen noch 10 kg Verpflegung. Diese werden auf dem Packpferd transportiert. Da ich keinen Westernsattel habe, musste ich mir eine Alternative für den Gaucho Sattel überlegen. Meine vorderen Packtaschen liegen jetzt auf dem Packpferd und meine hinteren auf meinem Gaucho Sattel. Die Banane wird auch vom Packpferd transportiert. Letzte Woche habe ich drei Knotenhalfter gefertigt und die Geschenke, (Taschenmesser und 4 kg Schokolade) organisiert. 

6.12. 

Hier unsere Pferde. Sie werden sie beschlagen und das nächste Projekt wird sein, sie an den Elektrozaun zu gewöhnen. Hobbels und Halfter sollten sie kennen. Wir werden langsam starten und langsam aufbauen müssen, denn sie sind nicht gewohnt viele Tage hintereinander unterwegs zu sein.  Auch Verkehr, Autos, Motorräder, Fahrräder, werden noch Herausforderungen stellen.  Sie kosten etwa 1000 USD aber die Kosten für TA und Labertest, Hufschmied, Verkaufspapiere (vom Friedensrichter testiert) und Transport nach El Calafate bringen nochmals 600.-- USD auf die Waage.  Die Pferde werden eigentlich nach Ihren Fellfarben und Zeichnungen genannt (Gateado, Colorado Malacara und Colorado Pampa, und erhalten zusätzlich einen Rufnamen. 

Rubio, Gateado, schönes Pferd, guter Widerrist, Rücken, mit zehn Jahren kann der ganz gut gehen 

Daniletto, Colorado Malacara, elf Jahre, schaut gut aus 

Cacique, Colorado Pampa, Criollo, sieben / acht Jahre, nettes Pferdchen, so nach den Ohren zu schauen dürfte er ebenfalls einen Schuss Kaltblut in sich haben. 

Die Pferde werden von 300 km südlich nach El Calafate gebracht und dort auf einer Ranch einquartiert, auf der wir auch wohnen werden. Sie ist etwas ausserhalb von El Calafate beim Flughafen und wir werden nach der Ankunft erst mal mit den Pferden arbeiten. Dann unsere Ausrüstung komplementieren, Sättel anpassen, Decken, Zügel, Anbinde Stricke und Packseile besorgen und dann mal eine erste 4 Tagestour zum Gletscher machen. Dann kehren wir nach El Calafate zurück, und ergänzen nochmals, oder schicken Zeugs nach Hause. Soweit der Plan, mal sehen wies wirklich kommen wir 

6.12. 

Jose Argento Jose hat mir erklärt, dass man nur mit einer Genehmigung in den Nationalpark Moreno kommt. Dazu sind die Preise für die Übernachtungen auf den Haziendas durchaus unterschiedlich von 11.-- bis 750.-- USDd wird spannend werden. 

2.1. 

Am 2.1. abends fliegen wir nach Heathrow und von dort um 22 Uhr nach Buenos Aires. Nach 14 Std. Flug haben wir Zeit bis um 15.30 lokale Zeit, um nach El Calafate weiter zu fliegen.   

Am Flughafen treffen wir Levi, der als Novice mitreiten möchte, um schnellstmöglich zu lernen. Abends um 18 Uhr werden wir von Gerardo zur Hazienda Bon Accord gebracht. Wir freuen uns angekommen zu sein.  

Der Plan: Wir reiten 2500 km nach Norden durch Patagonien auf Criollo-Mischlingen bis nach Bariloche. Wir haben 3 Monate Zeit um Land und Leute kennen zu lernen. Wir, das sind Pat und ich, sowie neu dazu Levi Turk, aus Ungarn. 

4.1. 

Am Sonntag fahren wir 300 km nach Süden zur Hazienda Vangurdia, wo unsere Pferde stehen. Wir haben sie bisher nur anhand von Bildern ausgesucht und uns darauf verlassen, dass der lokale Long Rider, uns Vanina und Roberto Beheran als vertrauenswürdig empfohlen haben. Abends gibt es das übliche Assado und wir Übernachten, um am nächsten Morgen die Papiere unterschreiben und notariell beglaubigen zu lassen.  

Roberto und Vanina betreiben die Pferdezucht nur als Hobby, es sind ja nur knapp 120 Pferde, und leben hauptsächlich von Ihren 1000 Kühen, 12000 Schafen und 300 Schweinen. Die Pampa ist braun gebrannt, obwohl es erst Frühsommers ist, und die Sonne verbrennt Lippen und Gesicht in kürzester Zeit.   

Die drei Criollo-Kaltblutmischungen sind für Argentinische Verhältnisse superfreundlich und angenehm zu reiten. Sie sind ca. 150 cm gross und kräftig gebaut mit guten Hufen und gutem Rücken. Rubio, der helle mit Aalstrich ist der ängstlichste und seinen rechten Hinterhuf dreht beim Fussen.  Kachice, der Braune, ist sehr ruhig und gelassen und Daniletto ist ein Schlitzohr, beide sind ca. 6 Jahre alt. Der Schimmel Pinochio war als Ersatzpferde gedacht und wird jetzt von Levi geritten. 

 

6.1. 

Gerardo fährt mit uns Einkaufen und wir verbringen die ganzen Tage in El Calafate.  

Die Kleinstadt mit jetzt 20k Einwohnern ist seit 2005 um 400 % gewachsen und eine richtige Touri Hochburg. Neben den Lebensmitteln benötigen wir noch einen Sattel mit Baum für mich, Stricke und Gaskartuschen sowie Vorderzeugs fürs Packpferd.  Ich erwerbe einen chilenischen Sattel, neu für 450 USD. Die Lebensmittelpreise sind vergleichbar mit der Schweiz, nur Fleisch ist denkbar günstig. Der Tage ist irre lang, denn die Sonne geht um 5.30 auf und erst um 22 Uhr nachts wieder unter. Das Tempo ist sehr gemaessigt, man wartet an der Kasse geduldig 5 Minuten, bis die Kreditkarte verbucht hat. Und man bekommt abends kaum vor 23 Uhr etwas in den Magen. Meist ist es dann auch noch gegrilltes Lamm und Salat oder gegrilltes Rindstake, so dass man mit schwerem Magen schlafen geht. 

7.1. 

Am nächsten Morgen reiten wir los, zum Perito Moreno Gletscher, der etwa 80 km entfernt ist. Die erste Tagesetappe ist nur etwa 25 km im Hinterland zur Stadt El Calafate. Wir lernen, dass die Pferde problemlos über Stacheldraht-Zäune, die man einfach auf den Boden legt, klettern können und wir lernen auch, dass hier in Patagonien ein anderer Wind weht. Wir würden dies Orkan Böen nennen, aber hier ist es ganz normaler Wind. (Mui Lindo) Wir reiten erst alles der Strasse nach, bis wir ein geöffnetes Tor finden und reiten dann den Bergen entlang. Unterwegs verliert Levi sein Handy, so dass wir etwa 2 h mit suchen verbringen. Wir finden es wieder und reiten zur Hazienda des Bruders von Roberto Beheran. Kurz vor dem Ziel werden wir durch eine tiefe Schlucht ausgebremst, und es dauert etwa 1 Stunde, bis wir sie umrundet haben. Auf der Karte war sie nicht eingezeichnet. Wir werden wohl noch ähnliche Überraschungen erleben. Auf der Ranch werden wir von einer kläffenden Hundemeute und dem Neffen des Besitzers begrüsst. Wir dürfen bleiben und unsere Pferde auf eine Weide entlassen. Bald ist gekocht und wir verkriechen uns in die Schlafsäcke. 

8.1. 

Um 5 wiehert ein Pferd. Aber ich schenke dem keine Beachtung. Als ich um 6 Uhr aufstehe, sind die Pferde weg. Ich wecke Pat und folge den Spuren, die sich aber bald verlaufen, weil hier zu viele Pferde unterwegs sind. Ich gehe also quer über das Gelände Richtung Zaun, aus der wir gestern gekommen sind. Die Pferde sind entweder dort, oder sie sind den Berg hoch geklettert, auf der Suche nach besserem Gras. Nachdem ich keine Spuren finden kann, am Östlichen Zaun, rufe ich Pat an, dass sie die Pferde oberhalb der Stallungen suchen müsse. Eine Stunde später bin ich zurück und kriege gerade noch mit, wie die Pat die Pferde den Berg hinunter führt. Glück gehabt.  Wir frühstücken erst mal und reiten dann auf der Schotterpiste Richtung Westen dem Gletscher entgegen. Pat meldet, dass ihr Rubio auf der harten Piste angibt und so weichen wir auf die holprige Graspiste neben der Strasse aus. Hier scheint es besser zu gehen. Wir kommen zum Rio Centinella und müssen über eine Holzbrücke und Danielito und Cechique weigern sich die Brücke zu queren. Auf beiden Seiten der Brücke, blockieren PKW die Strasse, und warten geduldig, bis wir die Pferde drüben haben. Ich führe die ersten beiden, und später nimmt Pat den Danielito, das Packpferd.  

10 km weiter kommt der Führstrick des Packpferdes unter den Schweif von Rubio und der gerät in Panik. Während Pat noch versucht den Strick rauszuziehen, düst Rubio buckelnd davon und Pat nimmt beim unfreiwilligen Abstieg auch noch den Sattel mit. Jetzt ist endgültig zu viel und Rubio tobt und buckelt bis er alles Gepäck losgeworden und nur noch der Sattel unter seinem Bauch hängt. Er springt die Böschung hoch, sieht sich mit dem Zaun konfrontiert und entscheidet drüber zu springen. Dabei reisst er sich am Stacheldraht die Brust auf, kommt aber problemlos drüber. Jetzt gehts auf der anderen Seite ab und während ich die anderen Pferde anbinde und nach dem verlorenen Gepäck suche, wird Rubio endlich auch den Sattel los. Pat derrappelt sich unverletzt und ich bekomme Rubio am Zaun zu fassen. Mit kaputtem Sattel aber ansonsten wieder komplett führen wir die Pferde zur nahegelegenen Estanzia Anita, wo wir Estavan von Rio Mitri anrufen, bei dem wir übernachten wollten. Er kommt uns mit dem Auto entgegen und wir können das Gepäck ins Auto verladen und Pat reitet das Packpferd nach Rio Mitri hinunter.  Nach dem Abendessen legen wir uns gegen Mitternacht neben den Pferden ins Gras zum Schlafen. 

9.1. 

Am Morgen fährt Pat mit einem Deutschen Ehepaar zum Glaciar Perito Moreno. Levi will mit den Gauchos die Pferde hochtreiben und ich repariere den Sattel und die anderen lädierten Teile des gestrigen Tages. Später wollen Levi und ich das Tal hinauf, um den Gletscher von oben zu sehen. Nach dem morgendlichen Ausritt erklärt, Levi dass er gerade 2000 USD im Gelände verloren habe. So viel zu unserem Ausritt. Levi verbringt den restlichen Tag mit Suchen auf der 10 km2 grossen Weide. Ich helfe ihm während 3 h aber erst abends um 20 Uhr ist er wieder um 2000 USD reicher. Wir schauen uns die Fotos vom Gletscher an und geniessen das Assado. Die Leute hier sind echt nett. Ich verbrachte den Tag mit dem Studium der Karten, die der Dominik mir zugeschickt hat. Leider kann ich die 8 kg Papierkarten nicht mitnehmen, also gehen sie wieder zurück. 

10.1. 

Wir frühstücken ausgiebig mit Kuchen und Dolche Leche (Karamell Creme). Wir satteln auf und ziehen uns wärmer an, denn es wird merklich kälter. Wir reiten nach Südosten und es beginnt zu graupeln und zu schneien. Wir versuchen etwas Tempo zu machen und traben mehrere Stunden auf dem weicher werdenden Boden. Wir finden ein verlassenes Puesto (Bauernhaus einer Estanzia, das einen Bereich von 25x25 km abdeckt), aber entscheiden weiter zu reiten, in der Hoffnung weiter oben ein bewohntes Puesto zu finden. Gegen Abend finden wir es und die beiden Gauchos laden uns ein zu bleiben und ein Assado mit ihnen zu geniessen. Wir nehmen gerne an. 

11.1. 

Der nächste Morgen verspricht zunächst trockneres Wetter, aber es ist nur knapp über Null und 100 m weiter oben liegt Schnee. Der auf der Karte eingezeichnete Weg existiert nicht, deshalb nehmen wir einfach das nächste Tal den Berg hoch. Es wird sehr eng und wir müssen im Zickzack den Hügel hoch klettern. Die Pferde klettern willig hinter uns hinauf, aber Rubio scheint jetzt wirklich zu lahmen. Oben begrüsst uns eine 30 km lange Hochebene und ein ausgewachsener Schneesturm.  

Pat beschliesst zu führen und nach 2 Stunden im Schneegestöber bricht plötzlich die Sonne durch. Wir sehen 100e Guanakos (Lamaart) sowie eine Unterart der Strausse (Nandus) und auch wilde Pferdeherden. Gegen 19 Uhr erreichen wir das Ende des Tales und finden oben auf dem Berg Buen Kabe ein verlassenes Puesto, dass wenigstens Schutz vor dem eisigen Wind verspricht. Die Pferde werden gehobbelt und an Pflöcken zum freien Grasen festgebunden. Wir verkriechen uns bei minus 4 Grad nach dem Essen in unsere Schlafsäcke. Die Pferde trotzen dem Wetter mit stoischer Ruhe.   

12.1. 

Um 8.30 sind wir unterwegs und folgen dem Flusslauf nach Osten. Nach 10 km biegen wir nach Norden ab, um das Tal, das uns hinunter zur Bon Accord führt zu erreichen. Einige Guanako Herden scheinen uns neugierig zu folgen, während die Pferdeherden Reißaus nehmen, kaum haben sie uns erspäht. Einzig ein schwarzer Hengst galoppiert auf uns zu, demonstriert seine Power und düst dann mit donnernden Hufen wieder davon. Wir ziehen die 20 km nach Norden und gelangen dann auf den Fahrweg, der wieder ins Tal mit der Verbindungsstrasse hinunter führt. Pat geht den grössten Teil zu Fuss, ich löse sie immer mal wieder ab. Gegen spät Mittag treffen wir auf Andree, den Gaucho von Bon Accord der eine Herde Kühe die Berge hinaufbringt. Beim Onkel von Gerardo gibt es ein Missverständnis was den kürzesten Weg angeht und wir gehen nochmals 3 km falsch, bevor wir dann endlich müde und ausgepowert bei der Bon Accord ankommen. Gerardo ist jedoch nicht da, aber seine Mutter nimmt sich dankeswerterweise unserer an. Jetzt müssen wir uns erst mal um den lahmenden Rubio kümmern, bevor es weiter gehen kann.  Die ersten 200 km Patagonien sind geschafft. Ich habe die Kälte und den Wind unterschätzt und werde mir einen Gaucho-Poncho kaufen. 

18.1. 

6 Tage später ist Rubio fit, wir haben Lebensmittel und zusätzliche Bekleidung besorgt und unser Gepäck soweit optimiert, dass wir es wagen können. Wir starten in der Früh und reiten zum See, entlang dem wir später auf unseren Trail kommen. Levi reitet mit uins mit, aber da er kaum Ahnung vom Reiten hat, kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, und Pat ist not amused. 

20.1. Zwei Tage Wüste bei dreissig Grad, wir machen knappe 90 km. Der Jog der Pferde ist wunderschön zu sitzen. Und mit knapp 9 km/h kommen wir gut voran. Die Pferde haben noch kein Gewicht verloren, obgleich die Kost äusserst mager ist. Unglaublich wie genügsam die Pferde sind. Nach knapp 50 km haben wir genug von der Landstrasse  40 (Routa Quarnata), der wir folgen. Wir legen den Zaun nieder und reiten zum Fluss hinunter. Die Pferde sind hungrig und müde. Wir auch. Wir müssen nochmal über Stacheldraht und dann etwa 500 m weiter gibt es eine kleine Wiese gegenüber einem Puesto, das ich auf der Karte gefunden habe. Dort pflocken wir die Pferde an und kochen Abendessen. Das Puesto ist unbewohnt und wir legen uns neben der Hütte schlafen. 

 

21.1.  

Um 6.30 gibts Frühstück, wir möchten die Pferde satteln, bevor die Kribbelmücken sie fressen. Aber zu spät sie machen sich schon über uns her. Am Rio Lena machen wir Rast und dann gehts weiter bis um 16 Uhr. Wir sehen ein Camping und entscheiden hier zu bleiben. Die Kammkeule, die Gerardo uns mit gegeben hat, wandert in den Ofen und wir geniessen das kühle Bier auf dem Campingplatz. Die 2 kg Fleisch reichen uns für 4 Mahlzeiten. 

22.1. 

Wir frühstücken mit Kaffee und Kuchen und zahlen fürs 5dl Bier 5 USD, Übernachtung mit Dusche und Frühstück 35.-. Der Himmel ist wolken- los und es wird heute sehr heiss und sehr trocken. Wir machen im Schatten einiger Bäume Rast über Mittag und um 19 Uhr sind wir auf der avisierten Estancia. 35 km heute, noch 75 bis El Chalten. Ich bin ausgebrannt von den 30+ Grad und der sengenden Sonne. Auf der Estanzia ist die hochschwangere Frau nicht befugt Entscheidungen zu treffen. Ihr Mann ist grad das Abendessen am Fischen und kommt in einer Stunde. Wir satteln ab und bringen das Gepäck im Pferdestall unter. Die Pferde sind gehobbelt unterwegs und ich liege im Stall auf unserem Gepäck und schreibe meinen Blog. Der kleine Colli pennt neben mir. 

23.1. 

Heute ging es um 5.30 los um der Hitze zu entgehen. Bis 8 Uhr waren wir unterwegs, aber  Die Pferde waren hungrig. Das grüne Zeugs auf ihrem Paddock haben sie verschmäht.  Also ab ans Wasser zum Tränken und 30 min Stachelgebüsche knabbern. Wir müssen über 5 neue Zäune, aber die 3 Mestizos kennen den Dreh. Wir traben und joggen abwechseln und anfangs läuft Danielitto auch brav mit. Aber so nach zwei Stunden hat er es gerafft, dass ich keine Chance habe, wenn er stehen bleibt oder er in Schritt fällt. ich mühe mich bis spät Mittag ab, bis ich Pat überzeugen kann, das Packpferd zu führen, während ich von hinten treibe. An der Strasse finden wir gutes Gras und lassen die Pferde ausgiebig fressen. Wir schaffen 45 km und können auf einer Aussenstelle der Estanzia Margarita in einem Häuschen übernachten. Die Pferde haben eine super Weide und wir sogar ein richtiges Bett. Nur wer drin schlafen wird ist noch nicht klar. 

24.1. 

Wir sind in El Chaltén  Und die 4 sind wieder vereint. Die Pferde laufen super. Die 150 km haben wir in 3 1/2 Tagen geschafft. Heute haben wir einen halben Pausentag morgen gehts weiter zum Lago Desertio und dann weiter über die Berge zur Estanzia Condor am Lago San Martin.  Die Pferde verhalten sich recht anständig, obwohl sie den Verkehr nicht gewohnt sind. Vor allem die grossen LKW und Busse, sind  Furcht einflössend. Rubio hat am meisten Probleme damit. Die anderen beiden sind gelassener. Wir finden Levi und Pinocchio in einem Camping am Fluss und pflocken unsere Pferde ganz in der Nähe an. 

25.1. 

Nach einem langen Tag auf der Schotterpiste mit einigermaßen nervösen Pferden, allen voran Rubio, der Pat das Leben schwer machte. Unterwegs trafen wir auf Victor, einem Ingenieur aus Buenos Aires, der hier in einem Ferienhaus lebt. Er lud uns zu Empanadas ein, die wir gerne annahmen. Seine Enkelin war mit ihrer Band auch zu Gast und sie sangen uns einige Tanz-Baladen. Nach einem Sektabschied ritten bzw. führten wjr die Pferde zu Lago Diesierto. Nach 37 km waren wir alle recht müde, aber für die Pferde gabs eine Superweide auf einem Campingplatz. Ich musste das Packzeugs umbauen, da Cacique bei einer Brücke eingebrochen und bei der Befreiung, aus der misslichen Lage, einige Nieten aufgegangen waren. 

26.1  

Wir furten den Fluss der aus dem Dieserto abfliesst, dort wo uns der Campingwart zeigte, und gerieten prompt auf den falschen Weg. Im steilen Berghang rutschte das Gepäck aller Pferde und musste neu verzurrt werden. Endlich fanden wir den richtigen Pfad, dem wir nun entlang der rechten Seeseite folgten. Ein wunderschöner Bergwanderweg entlang des Sees bringt uns auf eine Grenzwachstation, der argentinischen Grenzpolizei, wo wir übernachten. 

27.1. 

Die argentinische Polizei macht uns Hoffnungen was den 4 km Durchritt durch Chile betrifft. Also probieren wir es einfach. 8 km auf Waldwegen bis zur Grenze, dann 15 Schotterpiste bis zur Grenzstation. Wir werden freundlich begrüsst, dürfen die 4 km aber noch nicht mal ohne Pferde zu Fuss gehen. Es geht nur mit dem Boot weiter, alles andere ist verboten. Nach einigen heftigen Diskussionen, unter Androhung von Gefängnis für mich und 5 wöchige Quarantäne der Pferde, haben wir ein Einsehen, hier kommen wir nicht weiter und kehren um. Ein schöner Tagesausflug an Lago San Martin in Chile. 

28.1. 

Auf der Karte ist ein in Pass eingezeichnet, der vom Lago Diserto hinueber fuehrt zum Lago San Martin. Wir verabschieden uns vom Kommandanten der argentinischen Grenz-Polizei, der uns großzügig mit Hafer und Ersatzeisen eingedeckt hat und versuchen das Packpferd durch den Wald entlang des Passweges zu bugsieren. Als dann auf einer Lichtung der Weg ganz aufhört, entscheiden wir um zu kehren. In 3 Std. sind wir gerade mal eben 3 km weit gekommen. Wir kehren nach El Chalten zurück und versuchen einen der beiden im Dorf wohnhaften Gauchos zu erreichen. Wir brauchen neue Hufeisen aufgenagelt. 

 

29.1. 

Wir dürfen erst um 9.30 anrufen, sonst laufen wir Gefahr die Gauchos (Hufschmiede) aus dem Bett zu schmeissen. Gegen 13 Uhr erreichen endlich einen der beiden und er hat sogar die notwendigen Eisen und Nägel. Und 5 h später sind die 4 neu beschlagen für umgerechnet etwa 30 Euro pro Pferd inkl. 4 Hufeisen. Argentiniens Manana, Manana ist gewöhnungsbedürftig. Aber wer will schon klagen bei den Preisen. 

30.1. 

Wir reiten zum Puesto Christina zurück, wo wir auf dem Hinweg genächtigt haben. 

31.1.  

 Am 31. Gehts dann hoch über 3 Pässe zur Estanzia Maipu. Da der Weg weder auf Karte noch im Gelände markiert ist, verlieren wir etwas Zeit unterwegs, so dass wir nach 9 h entscheiden auf dem Abstieg zu übernachten. 

1.2. 

Wir hatten einen wunderschönen Blick ins Tal, aber es war sehr kalt. Wir steigen weiter ab und erreichen gegen 12 die Ebene von Maipu. Wir reiten dem See entlang und erreichen die Estanzia St. Anita, wo wir Übernachten können.  Die Estanzia gehört einem Ehepaar aus Buenos Aires, die hier ihr Feriendomizil haben. Die Kühe und Schafe werden vom Gaucho betreut. Leider müssen die Leute mit ihren Kindern zurück nach Buenos Aires, so dass das Assado ausfällt. 

2.2. 

Heute habe endlich wieder Wifi. So dass ich mich mal wieder melden kann. Wir haben den San Mattin See umrundet und reitern endlich nach Norden. Hier auf der Estanzia Sierra Nevada werden wir nächtigen, bevor es morgen wieder in die Berge geht. Jesus schlachtet ein Schaf für uns und ich werde von einem der Hunde gebissen. Als mich Jesus dabei ertappt, dass ich die Wunde versorge, will er wissen was geschehen ist. Als ich ihm sage, dass einer der Hunde mich gebissen habe, geht er hin und bestraft den Übeltäter und sperrt ihn weg. Das ich das nicht wollte, versteht er allerdings nicht.  Ich mache Empanadas, während Levi die Leber und das Herz des Lammes grillt. 

3.2. 

Wir verabschieden uns von Jesus und Gordo und reiten den Fahrweg dem See entlang. Bald geht ein Weg rechts weg, aber Levi ist sicher, dass der gesuchte Weg erst weiter unten abzweigen wird. So hat er den Jesus zumindest verstanden. Er lag falsch. Überhaupt ist Information ein Problem. Die Leute wollen dir gefallen, und bestätigen dir Dinge, die sie gar nicht wissen. Andere geben einfach ein No conosco (weiss nicht) von sich, ohne wirklich interessiert zu sein. Alle verweisen a auf die großen Autostradas, die Routa quaranta, die Nationalstrassen, die aus Sandpisten und die grossen aus Schotterpisten bestehen.  Wir finden den gesuchten Abzweiger nicht und reiten einen dem Zaun entlang das Tal hinauf.  Das Gelände wird immer schwieriger und wir entscheiden auf die oben verlaufende Fahrstrasse hochzuklettern. 50 m gehts die Flusswand hoch, dann kommt ein Zaun und während ich xten Zaun umlege, damit die Pferde drüber steigen können, geht Levi weiter den Berg hinauf, um nach der Fahrstrasse zu sehen. Er findet sie und Pat führt sein Pferd über den Zaun hinauf, als ihr Rubio plötzlich vorwärts schiesst und Pat im Stachelgebüsch, es heisst so, wie die Stadt “Calafate” unsanft landet. Es dauert eine Weile, bis sie wieder Luft hat und damit sie weiter gehen kann, braucht sie erst mal Schmerztabletten. Die Fahrstrasse führt uns über 15 km Alpweide immer weiter hinauf und knapp nach Mittag haben wir das gesuchte Puesto erreicht. Hier sollten wir nach dem weiteren Weg fragen, aber der Gaucho kennt nur die ersten 10 km der Strecke, und kann uns über den weiteren Verlauf nur sagen:  “no conosco”. Im weglosen Gelände klettern wir die nächsten zwei Tage über Schluchten und Bergkämme in einem Gebiet, das sich Sierra Muerto nennt. Immer wieder müssen wir Seitentäler hinauf, weil klebriger Gipsmorast ein Weiterkommen verhindert. Die Reitzeit wurde uns mit 9 h angegeben, es sollte neben der nicht vorhandenen Fahrstrasse mehrere Wege parallel geben, wir brauchen im Wüsten Geröll einmal 8 und am nächsten Tag nochmal 12 h bevor wir um 20 Uhr abends endlich die gesuchte Estanzia El Carbon erreichen. 

5.2. 

Wir schlafen bis 7 und reiten dann weiter über eine riesige Hochebene. Wir verpassen die Estanzia Tucku Tucku, da sie sowohl auf der russischen Topo wie auf dem Garmin 12 km zu spät eingezeichnet ist. Gegen 18 Uhr abends biegen wir auf gut Glück in eine Abzweigung ab, die Richtung Berg und Fluss führt. Nach 3 km sehen wir in der Ferne das Dach einer Estanzia und treffen dort auf Juan Carlos, der hier auf die 7000 Schafe seiner Besitzer aufpasst. Wir bekommen Weide für die Pferde, zwei Bettgestelle ohne Matratzen, aber immerhin, und Brot und einen kompletten Vorderhaxen eines Schafes geschenkt. In der Frühe liegen die Pferde allesamt auf der Weide und dösen. Als wir sie nach einem zweiten Anlauf dann holen, finden wir ein Schaf, dass sich in einem Stacheldraht verheddert hat. Wir geben Juan Carlos Bescheid und der befreit sein Lamm aus der misslichen Lage. 

6.2. 

Lange haben wir mit Juan Carlos über die mögliche Route gesprochen, aber er meint wir sollen der Route 40 nachreiten. In der Früh folgen wir erst dem vorgeschlagenen Weg, bis wir an der Estanzia los Faldeos die Info bekommen, dass der Weg über den Nationalpark mit dem Pferd machbar ist. Wir lassen uns ein Kroki zeichnen und folgen seinem Rat auf der Las Vegas zu übernachten. Wir gönnen den Pferden eine Verschnaufpause und können endlich mal wieder Wäsche waschen, Schlafsäcke auslüften, Batterien laden und unser Fleisch grillen, bevor wir uns auf Schaffellen auf Holzpritschen zum Schlafen hinlegen. 

7.2. 

Wir reiten durch Patagonien, wie ich es mir vorgestellt habe. Unendliche Weiten, menschenleer ohne Zäune, nur wilde Pferde und Guanakos. Wir reiten im Trab die erste Stunde und lassen die Pferde dann erstmal 10 min. Grasen. Je nach Gelände schaffen wir so 8-11km die Stunde. Manchmal dauert es jedoch eine Stunde ein Flussbett mit 2 km Geröll zu durchqueren. Dann reiten wir im Jog jeweils weitere 4-5 h und schaffen so in einem 8-10 h Tag an die 40 km. Heute kommen wir schon u m 16 Uhr an der geplanten Estanzia an, jedoch ist niemand da. Wir lassen die Pferde eine halbe Stunde grasen und reiten dann 8 km weiter bis zur Estanzia Melinek.  Vor der Estanzia ist eine 20 m Eisenbrücke über den Rio Belgrano und ich muss die Pferde einzeln drüber führen. Als wir ankommen, werden wir schon erwartet und Alberto macht keine grossen Worte, sondern fordert mich auf ihm zu folgen. Wir werden zu einem Massenlager geführt, wo wir unser Gepäck abladen. Die Pferde werden auf die 4 ha grosse Koppel gebracht und wir werden in das Haus des Gauchos gebeten, wo wir erstmal eine Runde Mate bekommen. 

8.2. 

Es ist Sonntag. 8.2.15 und wir haben 950 km hinter uns. Eine gute Strecke, die wir in drei Wochen zurück gelegt haben. Heute ist Pause, für uns und die Pferde. Diese stehen auf der Weide, während ich im Haus des Gauchos Mate schlürfe und Blog schreibe. Es ist 20 Uhr und Alberto ist mit den beiden Mädchen 6 und 8 im Schlachthaus, um eines der zu diesem Zweck beim Haus gehaltenen Schafe zu schlachten. Mate ist nicht nur das Argentinische National-Getränk, sondern das Mate trinken eine Zeremonie. Erstens darf das Wasser keinesfalls gekocht haben, dann darf nur der Gastgeber das Wasser im Kürbis nachfüllen, und es der Reihe nach den Garsten reichen. Wenn man sich wie in Europa üblich für das Reichen des Tees bedankt, heisst das man will keinen Tee mehr. Der Tee selbst wird Jerba genannt, getrunken wird es aus einem Kürbis, Calabasse genannt, und das Trinkrohr, die Bombilla, ist am unteren Ende mit einem Sieb versehen.  Auf der Estanzia macht eine Französin, mit Ihren Kindern Ferien, deren Vater der verstorbene Gaucho auf der Melinek war. Sie erzählt, dass die Kinder 3 Monate im Jahr hier den Sommer verbringen und dabei von der Mutter unterrichtet werden. Wenn sie nach Frankreich zurückkehren, können sie jedoch nicht erzählen, was sie alles erlebt haben. Es wird ihnen einfach nicht geglaubt. 

9.2. 

Wir verabschieden uns und reiten zum Adlerpass hoch. Die Strecke im Tal ist an die 8 km, dann gehts mitten im Berg steil hoch zum Gipfel und von dort hat man eine unglaubliche Fernsicht. Wir sehen ca. 100 km weit und es gerade mal zwei Estanzias zu sehen. Am See vorbei gehts weiter auf den nächsten Pass und nach einem 15 km langen Talabstieg gehts zum dritten Mal rauf und wir sind echt froh nach 40+ km endlich ein Puesto zu erreichen. Super Gras für die Pferde und Herd und Schlafplatz für uns. 

10.2.  

In der Früh nehmen uns die Gastgeber zum Einkaufen ins Dorf. Wir besorgen eine Flasche Roten fuer die Gastgeber, Grenola, Salami, Käse, Brot, Getränkepulver, Bisquits, und ein kaltes Bier. Damit kehren wir zu unseren Gastgebern auf der Estanzia Posadas zurück und richten uns im Gauchohaus gemuetlich ein. Abends sind wir zum Assado eingeladen und während die Jungs mit Unmengen Wein, Brot und Fleisch ihre Party beginnen, legen wir uns schlafen. Morgens sind sie noch immer am feiern und geben uns als wir uns verabschieden, noch zwei Laib Brot und ein kg Rindfleisch mit.  Wir reiten die Strecke zurück, die wir gestern gekommen sind, und biegen ab nach Norden auf einer Sandpiste, 3 m Breit mit der stolzen Bezeichnung Routa 41. Der ganze Tag bläst uns ein Orkan artiger Wind entgegen, und als wir nach 46 km das Puesto erreichen, sind wir ziemlich geschafft. Wasser muss ich aus dem Ziehbrunnen holen und im Puesto kann ich auf dem Holzherd kochen. Es ist niemand da im Puesto und wir verlassen es, wie wir es angetroffen haben. 

13.2. 

Es gibt Hammelfleisch zu Mittag kalt, zu Abend warm mit Nudeln und Brühe und Pat kann es kaum mehr sehen. Aber die zwei Tage bis Los Antigos wird sie noch aushalten müssen. Der Sturm von Gestern hat sich etwas gelegt, heute blässt es dafür etwas kälter. Wir kommen gut voran und um 3 sind wir wieder auf der 41. Eine Stunde später haben wir die 40 km gepackt und biegen auf die nächste Estanzia ein. Es ist die Sol de Mayo. Es ist wunderschön gelegen am Ende des Tales mit Blick auf den smaragdgrünen See. Vom Tor bis zum Haus des Chef Gauchos sind es 1,5 km und die eingezäunte Estanzia hat sicher 80 Hektar. 11000 Schafe, 300 Kühe und 3 Gauchos wohnen hier in den Quartieren die für 12 Leute ausgelegt sind. 

14.2. 

Wir frühstücken mit den Gauchos der Sol de Maya und sind schon um 7.30 unterwegs. Der Wind hat sich gelegt und wir haben klaren Himmel bei angenehmen Temperaturen. Wir nehmen die empfohlene Abkürzung und erreichen die Routa 41 nach 30 min. Die Pferde laufen willig und wir kommen gut voran. Wir haben einen ca. 90 km langen Passweg vor uns und sollten davon etwa 50 packen. Die Schotterpiste führt auf 1530 m, ausschauen tuts wie auf 2500 in Europa. Aber die unberührte Natur in den Dimensionen ist beeindruckend. Wir müssen 3-4 Kuh Roste umgehen und erreichen schon um zwei das Puesto, dass ich als Notnagel eingeplant hatte, sollte es heute Tempomässig nicht klappen. Die nächsten 10 km gehen wir Schritt und finden in einem kleinen Tal genügend Gras und eine Biwackmöglichkeit. Auf dem Feuer wird Mate bereitet und später das Abendessen. Ich liege auf dem Pad des Packpferdes unter dem Lean-on und genieße die Aussicht auf Tal. 

15.2. 

Wir sind im Internetcafé in Los Antigos.  Der zweite Tag war anstrengend, weil es sehr heiss und trocken war. Über 30 km ohne Wasser und Futter für die Pferde. Als wir den Ort erreichen, greift das Giovanni Prinzip. Jeder hilft und schickt dich weiter zu Giovanni, der dir helfen soll. Der Reiterhof zur Pension, die auch Pferde aufnimmt. Dort: Nein Pferde nicht, aber mein Mann hat Alfalfa, geht doch zum Camping, Nein, Pferde auf keinen Fall, geht doch zur Gendarmeria, Ja geht - nein Chef sagt geht nicht. Nach 11 km ins Dorf hinein und wieder heraus, bin ich etwas entnervt, als ich endlich Cesar antreffe, der mir privat das Nachbargrundstück organisiert, und zusagt, dass wir bei ihm unterkommen können.  Wir werden zum Einkaufen gefahren und abends gibts das übliche Assado. Er bringt uns eine Kingsize Matratze und wir stellen das Tarp auf. Das Frühstück mit Mate bringt viele neue Einsichten zum argentinischen Verhältnis zu Chile und wir holen Alfalfa für die Pferde. Danach gehts ins Dorf zum Einkaufen. Morgen gehts nach Chile rüber um Geld zu holen und ein Paket nach Hause zu schicken. 

17.2. 

Heute waren wir in Chile, um Geld zu holen und ich habe eine Ersatzkamera gekauft, da mein Display kaputt gegangen ist. Die Pferde haben in zwei Tagen 180 kg Haferstroh und Luzerne verputzt. Und wir haben für die folgenden Etappen Hafer eingekauft. Es sind etwa 300 km Pampa angesagt und wir hoffen eine gute Route zu finden. Das Problem sind die Berge, die schwer ein zu schätzen sind. Sind die Baume im Wald noch jung, kommen wir nicht durch, gibt es viel Gebüsch und Büffelgras oder tiefen Sand kommen wir nicht voran. So sind wir darauf angewiesen, dass die Gauchos uns ihre lokalen Kenntnisse auch kommunizieren können, bzw.. wir die Info richtig einschätzen und überhaupt verstehen. Deren Vorstellung von schwierig, weicht zum Teil erheblich von unseren Vorstellungen ab. Den Pferden ist langweilig auf ihrem Paddock, und wir werden morgen früh die Stadt durchreiten, um auf die geplante Route zu kommen. 

19.2. 

Wieder sind zwei Tage vergangen und 77 km gewonnen. Wir sind eigentlich nur um den Lago Buenos Aires rumgeritten, allerdings so etwa die 4fache Grösse des Bodensees. Mittags gelangten wir dann wieder auf die Strasse, der wir bis um ca. 16 Uhr folgten. Da die Pferde keinen Bock mehr hatten, und wir keine Energie weiter zu treiben, sind wir eine Einfahrt mit vielversprechendem Gelände runter geritten. 3 Autos stehen da, ein Wohnwagen und zwei Zelte, aber kein Mensch weit und breit. Wir lassen di e Pferde erst mal grasen und warten ab, ob jemand kommt, den wir um Erlaubnis fragen können. Im Vorbeigehen klopfe ich an die Türe des Wohnwagens und zu meiner Überraschung ist 5 min später jemand da. Es ist Alexander, der Eigentümer des Geländes und selbstverständlich dürfen wir und die Pferde hier nächtigen. Später lernen wir den Rest der Sippe kennen und es wird ein gemütlicher Abend mit frischem Brot und Karamell Creme, Tomaten, Brot und Steak vom Rind und gekühlte Melone zum Dessert. Wir nächtigen unter unserem Tarp, während Alexander und seine Sippe nach Hause fährt.  

 20.2.  

Heute folgen wir erst dem Seeuferweg, der irgendwann einfach endet. Wir kämpfen uns durch die Dünen, bis wir ein Tor finden. Die Sandpiste ist die geplante Rote und endlich gehts auch wieder flotter voran. Für eine Stunde laufen die drei einen 13 km/h schnitt und gegen 17 Uhr finden wir eine Estanzia, leider ist niemand da. Wir machen uns im Essraum gemütlich und binden ein Pferd an, damit die anderen nicht verschwinden beim Grasen. Statt Assado gibts Kartoffelbrei mit Lauch und Schinken und dazu Mate.  

21.2. 

Heute war heiss und anstrengend. Noch immer sehen wir den Lago Buenos Aires und anfangs läuft es ganz gut auf der Sandpiste. Aber ab 12 ist die Luft draussen, bei unseren Vierbeinern, denen es nicht behagt zu schwitzen. Wir reiten 5 km querfeldein, um schnellstmöglich an Wasser zu kommen. Endlich um 15 Uhr erreichen wir den Rio Fenix und entscheiden, auf der nahegelegenen Estanzia zu bleiben. Wir hoffen, dass es morgen weniger heiss ist, damit es für uns alle leichter wird. 

22.2. 

Wir hatten einen wunderschönen Blick ins Tal aber es war sehr kalt. Wir steigen weter ab und erreichen gegen 12 die Ebene von Maipu. Wir reiten dem See entlang und erreichen die Estanzia St. Anita, wo wir uebernachten koennen. Die St. Anita gehört einem Ehepaar aus Buenos Aires, die hier nur noch Ferien machen. Die Estanzia wird von einem Gaucho geführt, und es gibt noch Schafe und ein paar Kühe. Leider müssen das Ehepaar und die Kinder am nächsten Morgen wieder nach Hause, so dass keine Zeit für ein Assado bleibt. Aber die Pat bekommt Salat und ist mal wieder glücklich damit. 

23.2. 

Endlich Kurs Nord. Es schien kein Ende zu haben, dieser See verfolgte uns 3 Tage lang. Jetzt sind wir im Tal Nahe der Chilenischen Grenze, welches nach Norden fuehrt. Hier hats gutes Gras und Wasser. Im Gegensatz zu dem Westwärts verlaufenden Tal, wo die selbst jetzt im Sommer den Pferden Heu verfuettern muessen. Der Chefgaucho war recht fürsorglich heute früh, schien gestern einen suboptimalen Tag gehabt zu haben, als wir ankamen. Wir mussten die Pferde vor der Estanzia am Fluss unten anpflocken und Heu gabs auch nicht. Dafür ein freilaufendes Kalb und eine riesige Sau. Wir sahen, wie die Gauchos Rohautriemen herstellen, und wie der Jüngste der Gauchos sein erstes Schaf schlachtete. Er brauchte 3 h dafür und es gab erst nach Mitternacht was zu essen. 

24.2. 

Wir haben in einem kleinen Tal an einem Bach die Pferde angebunden und unser Nachtquartier aufgeschlagen. Es wird merklich frueher dunkel und als Danielito seinen Pflock aus dem Boden reisst, und dann in Panik davon rennt, weil ihn der Holzpflock hartnaeckig verfolgt, begleited ihn Rubio aus Sympathie ein Stueck den Berg hinauf. Ich werde wach und versuche den beiden Pferden zu folgen, was im Dunkeln nicht ohne Probleme ist. Zum Glück beruhigt sich Danielito und ich kann ihn zurueck bringen. Pat hat inzwischen Rubio eingefangen und wir entscheiden auch Danielito zu hobeln, und nur Casique angebunden zu lassen. In der Nacht regnet es das erste Mal ausgiebig und das Feuerholz ist zu nass, um damit Fruehstueck zu machen. Also muss der Gasbrenner raus und zwei Stunden spaeter sind wir wieder unterwegs. Wir reiten zur chilenischen Grenze vor, um zu klären, ob es den in der Karte eingezeichneten Weg nach Norden gibt. Negativ. Wir reiten auf der neu geschotterten Piste um leichten Nieselregen zurück Richtung Osten und gegen Mittag erreichen wir die Estanzia Humueles (Hirsche) als Rubio ein Eisen verliert. Wir entscheiden gleich hier zu fragen, ob man uns helfen kann, und werden gleich zum Mittagessen eingeladen. Nachmittags beschlagen wir die Pferde, und diesmal ist es Danielito der rumzickt, während Rubio keine grossen Probleme macht. Wir verbringen den Abend mit der Familie und entscheiden in der Früh Tortas Fritas zu machen, dass in Fett ausgebackene Brot der Gauchos. 

25.2. 

Wir reiten nach Lago Blanco wo wir unsere Vorraete aufstocken. Dann gehts quer durch den ausgetrockneten See zur Routa 51, der wir bis zur Estanzia Luisita folgen. Unterwegs treffen wir Anguel, der sein defektes Motorrad mit dem Auto abholt. Wir folgen dem Auto, das zur angeblich nur 2 km entfernten Estanzia fährt. Aus den 2 werden 5 km, aber da wir das Gepäck im Auto deponieren konnten, können wir sogar richtig traben und ich kriege 4 Galoppsprünge von Casiche geschenkt. Unglaublich. An der Estanzia macht Anguel das Badewasser warm, indem er einen Ofen mit Holz füttert. Dann zeigt er uns die Estanzia. Hier wird sogar Strom mit Solarenergie gewonnen und in Batterien gespeichert. Wir können bei ihm duschen und er macht ein Assado für uns. Ich schaue im beim Entbeinen des Schafes zu und es ist unglaublich, wie schnell und geschickt er die einzelnen Knochen voneinander trennt. Auf meine Frage hin, erklärt er, er schlachte 8-12 Schafe täglich und habe eben deshalb etwas Routine. Die Pferde bekommen Mineralsalz und eine riesige Portion Hafer, dass sie gerne aus der Blechwanne aufnehmen. Anguel ist sehr ordentlich und alles ist in top Kondition. Dazu gibt es hier sogar Solarenergie und entsprechende Batterien. 

26.2. 

Wir geniessen ein gemeinsames Assado und es wird spaet. Als wir nach dem morgentlichen Mate gesattelt haben und uns verabschieden wollen, ist Anguel schon weg. Wir richten ihm Gruesse aus und reiten auf der 51 weiter Ruchtung Norden. In 3 Tagen sollten wir Rio Senguer erreichen. Nach 40 km finden wir eine Estanzia und Ismael begkeitet uns zur Nachbar Estanzia, wo er fuer uns kocht und die Pferde gutes Futter haben. 

27.2. 

Heute ist Pampa angesagt. Steppe ohne Ende und schnurgerade Kies-Schotter-Wege. Einzige Unterbrechung die Zauntore, die geöffnet und geschlossen werden wollen. Nach 45 heissen und trockenen km finden wir mitten in der Einöde eine verlassene Estanzia mit dem heroischen Namen "Neue Hoffnung". Dort holen wir Wasser am Ziehbrunnen und finden gute Alfalfa in der Scheune. Wir hinterlassen eine Visitenkarte und 100 Pesos für die zwei Ballen. Morgen sollten wir Sanguer erreichen. Abends um 10 Uhr kommt der Gaucho und lädt uns zum Mate und Assado ein. Dass wir sein Alfalfa unseren Pferden gefüttert haben, findet er völlig in Ordnung. 

28.2. 

Nach zwei Wochen Pampa haben wir genug. Auf der Estancia Arroyo Verde werden wir um 20 Uhr herzlich empfangen, nachdem wir an der Laguna Zorro ausgiebig Siesta gemacht hatten. Am nächsten Morgen sollte uns ein Auto in den Ort Senguer nehmen, doch entweder war der Fahrer oder das Auto verschollen, auf jeden Fall sattelten wir um 9 die Pferde um die 20 km Pampa auch noch hinter ums zu bringen. In Senguer fanden wir einen Lkw und dieser fährt uns jetzt gerade 250 km nach Norden quer durch die Pampa, zu den Bergen bei Rio Pico. Wo wir weiter nach Bariloche reiten werden. Die Pferde sind müde und wir wollen die Strecken, wenn nötig etwas reduzieren. 

1.3. 

Wir sind in Rio Pico und unterwegs nach Norden. Berge liegen vor uns und es muesste mehr Wasser und Gras geben. Endlich ist die Pampa hinter uns. Wir haben noch gut drei Wochen Zeit. In Rio Pico nächtigen wir im Gemeindepark. Ganz Offiziell. Internet gibts im Kaffee und Heu haben wir aus Senguer mitgebracht. In Rio Senguer gibts ein Denkmal für Mancha und Gato und wir fragen uns, wie die Pferde von hier unten nach Buenos Aires gekommen sind.  

Unser Fahrer, der für die 250 km etwa 480 USD haben wollte, hat Bauschmerzen, und wir treffen ihn im Internet-Kaffee wieder, nach dem er sich im Krankenhaus kostenfrei hat untersuchen lassen. Wir hatten gemeinsam ein Assado genossen, das wohl auf uns keine Auswirkungen hatte. Wir wollen ein Bier kaufen, aber haben keine leere Flasche. Also gibts auch kein Bier, denn Depots werden hier in den kleinen Läden nicht verrechnet. Also müssen wir hoch und heilig versprechen, die leere Flasche am nächsten Tag zurückzubringen. Abends kochen wir sowas wie Ravioli auf dem Herd der Parkwächterin und ich stecke mein Ladegerät an einer Parklampe an, da dort die Bauerarbeiter eine prov. Steckdose für die Baustelle im Park angebracht haben. 

 

2.3. 

Heute war 5 Uhr tagwach. Um 7 waren wir unterwegs zum Lago General Vintter. Endlich bieten die Berge wieder Abwechslung und den Pferden hat die Pause gut getan. Wir folgen weitgehend der Strasse und kommen gut voran. Es ist etwas kühler, weil wir auf 800 m Hoehe sind und ein kühlenden Wind von den Bergen kommt. Wir machen wieder eine längere Mittagspause und um 17 uhr haben wir 50 km und unsere Estanzia erreicht. Ich treffe Segundo auf der Weide, wo er Kühe nach Hause treibt. Ich frage ihn, ob wir bei ihm nächtigen können und selbstverständlich dürfern wir. Maria seine Frau hilft bei Schlachten des Schafes und macht später Pata Fritas, die im Schaffett frittierten Brote der Gauchos . Wir fragen nach dem Sentiero durch die Cordillieren und beide erklären uns den Weg. Morgen kommen wir weg von der Strasse. 

3.3. 

Wir folgen der Fahrstrasse immer nach Norden und bald wird aus der Fahrstrasse ein Kuhpfad. Diesem folgen wir unentwegt durch uralte Waldbestände und über verbuschtes Weideland bis wir auf eine Schlucht stossen, von der uns der Besitzer der Estanzia am Lag Vintter erzählt hatte. In diesem Tal haben schon die ursprünglichen Bewohner, die Indianer Argentiniens gehaust und ihre Spuren hinterlassen. Wir folgen dem Pfad weiter durch die Schlucht und kommen zum Tal, in dem wir über die Berge gehen werden. Hier am Ende der Schlucht steht ein verfallenes Puesto und eine neue Scheune, die wir zur Uebernachtung nutzen werden.  Nach einer Weile finden wir auch die Weide für die Pferde und lassen diese dort bis zum Einnachten grasen. Während ich noch die Karte studiere, kommen zwei Wanderer des Weges, einer spricht etwas Englisch und wir hören von ihm nichts gutes über den Weg, der vor uns liegt.  Er empfiehlt das andere Tal hinunter zu gehen, bis zu einem Puesto, wo wir den Gaucho nach dem genauen Weg fragen sollen. Nachdem ich ihm erklärt habe, dass ich von drei Leuten gehört habe, dass es möglich sei, auf dieser Route nach Careleufu zu gelangen, meint er einfach, ok, dann wird es wohl so sein. 

4.3. 

Als wir aufstehen, nieselt es draussen und die Pferde haben Hunger. Wir satteln auf und nehmen den nassen Pfad unter die Füsse. Bald verzweigt dieser sich und wir folgen einem der Pfade auf der rechten Talseite, bis der Weg immer schlechter wird. Ich lasse Pat und die Pferde stehen und kehre um, um auf der anderen Talseite nach einer Fortsetzung des Pfades zu suchen. Etwa 3 km zurück, finde ich den auch eine Furt durch den Fluss, und einen Pfad der in einer Schneise auf der anderen Bergseite weiterführt. Ok, alles zurück und weiter gehts auf dem gefundenen Pfad, der immer weiter hinaufführt. Die ganze Strecke von gestern und heute bis zum Pass sind nur 35 km Luftlinie, heute sogar nur 10 km, aber wir brauchen bis mittags um 2, um endlich am Fusse des Passes anzukommen. Dann sind es nur noch 600 Höhenmeter, die zu überwinden sind und wir können uns an den Abstieg machen. Um 4 Uhr nachmittags stehen wir dann auf 1700 m Höhe und klettern auf der anderen Seite hinunter. Hier hat es endlich etwas Gras für die Pferde und wir machen 30 Minuten Rast. Der Weg führt wieder in alte Wälder hinein und wir führen die Pferde noch während weiteren 3 Stunden, immer auf der Suche nach ausreichend Futter für die Nacht. Doch wir finden nichts. Die Flächen, die frei wären, sind komplett abgenagt, von den Kühen, die hier weiden und dort wo es Gras hat, ist tiefer tückischer Sumpf. Nach 12 Stunden Fussmarsch schlagen wir unser Camp auf einer LIchtung auf und hobeln die Pferde. Nach einer Freeze-Dryed-Mahlzeit legen wir uns erschöpft auf die Matten. 

5.3. 

Das Wetter hat wieder umgeschlagen und es ist angenehm kühl und trocken. Wir folgen den Kuhpfaden das Tal hinuter und obwohl wir einen Corall finden, gibt es niergendwo wirklich was zu futtern für die Pferde, bis wir endlich gegen Mittag auf eine Sumpfwiese stossen, die in der Hanglage einigermassen trocken ist, so dass die Pferde dort ungestraft grasen können. Wir sind inzwischen ganz nahe an der Chilenischen Grenze und der Pfad verläuft genau dieser Grenze entlang. Wir essen unser Mittagessen, bestehend aus Salami (sehr fett und mit Paprica durchsetzt), Käse (völlig geschmackfrei) und Nüssen und Dörrobst, sowie Mantecol, einer Erdnussbutter-Paste, die ein Grieche in Argentinien populär gemacht hat. Als wir kurz vor Careleufu auf ein Puesto treffen, hat Rubio plötzlich eine Kolik, ohne dass er Schwitzen würde, aber er schmeisst sich hin, um seinen Schmerzen entgegen zu wirken. Wir satteln ihn ab, und Pat gibt ihm ihre Kügelchen. Eine Stunde später ist der Spuk vorbei und Rubio steht wieder auf und grast. Offensichtlich hat er an der Sumpfweide, in seiner Gier, irgendwas gefressen, was er hätte sein lassen sollen. Wir satteln wieder auf und gehen weiter, und treffen nicht viel später auf einen älteren Mann, den wir fragen, ob wir bei ihm übernachten könnten. Er ist der Bruder des Gauchos, den wir am Lago Vintter getroffen haben. Er sagt uns, dass es was kosten würde, aber er macht einen freundlichen Eindruck und wir willigen ein, ohne nach den genauen Kosten zu fragen. 

6.3. 

In der Fruehe als wir bezahlen, trifft uns fast der Schlag, den die gute Frau will 100 Euro pro Person. Louis ihr Mann steht beschämt im Hintergrund, und ich habe keinen Bock auf lange Streitereien, denn bisher sind wir äusserst günstig durchgekommen. Nur abraten werden wir hier und jedem, der nach Carenleufu kommt in der Etablissement Patagonica zu übernachten. Wir durchqueren das Dorf kommen zur Abkürzung und dem Corcovado Fluss, wo wir eigentlich Pause machen wollen, aber es gibt kein Futter für die Pferde. Also weiter, als wir dann endlich Fressbares gefunden hatten, wollten die Jungs auch nicht mehr und stellten sich dösend in die Sonne, während wir einen Schattenplatz suchten.  Es ist heiss und sehr staubig. Gegen Abend reiten wir durch ein Mapuche Dorf und als wir endlich den avisierten See erreichen, gibt es keinen Zugang. Wir folgten der Strasse weiter und finden doch noch ein Tor. 

 

7.3. 

Wir reiten also aufs Gelaende und nach etwa 10 min hoeren wir einen Hund. Da sind Leute, sagt Pat und als wir zum Puesto hochreiten, kommen uns Levi und ein weiterer Argentinien Reiter entgegen. Der zweite ist Quentin, ein Franzose, der letztes Jahr gestartet ist, selbst seine Pferde ausgebildet hat und diese am Ende seiner Etappe zurücklassen musste und sie nie wieder fand. Jetzt hat er zwei neue ausgebildet und seine Reise fortgesetzt, und Levi getroffen. Wir essen zusammen und feiern das Wiedersehen mit Whisky und Mantekol. Levi und Quentin wollen beute im Vollmond weitereiten. Gegen 9 Uhr abends kommt der Gaucho und erkundigt sich, nach dem woher und wohin und wünscht uns erfolgreiche Tour. Wir schlafen im fahlen Lichte des Vollmondes und um 1 Uhr brechen Levi und Quentin auf. 

8.3. 

Wir brechen um 4 Uhr in der Frühe auf, um der Hitze des Tages zu entgehen, aber statt des erhofften Vollmondes, versteckt sich dieser hinter den Wolken. Also reiten wir in stockfinsterer Nacht auf der Schotterpiste immer weiter nach Osten und als es langsam heller wird, können wir die Landschaft um uns herum endlich wieder warnehmen. Es sind braune Büsche und nur im Tal unten sehen wir ab und an einige grüne Bäume. Wir folgen der Schotterpiste und irgenwann müssen wir die beiden anderen überholt haben, denn nach einem langen anstrengenden Ritt, erreichen wir das weite Tal in dem Trevelin liegt und wo wir einen Pausentag einlegen wollen. Wir müsen dringend Geld wechseln und einkaufen und die Pferde brauchen auch wieder etwas Erholung. Im Schatten einiger Bäume lasse ich Pat und die Pferde zurück und mache mich auf die Suche nach einer Unterkunft für die Pferde. Der Besitzer einer Garage bietet an, dass sein Freund um 21 Uhr uns weiterhelfen könnte, aber das ist mir zu spät. Es ist jetzt vier und ich will die Pferde versorgt wissen. Ein LKW Fahrer hatte uns unterwegs gesagt, dass die Polizei einen Corall für Pferde hätte, also frage ich den nächsten Gendarmen, der mir über den Weg läuft. Dieser meint, das sei möglich, aber als er seinen Chef nachfragt, höre ich schon an der Stimme und der Mimik des Polizisten, dass es nicht funktionieren wird. Aber er verweist mich an einen George, der nur 2,5 Quadras, (Blocks) weiter unten zu Hause sei, und der selber Pferde habe. Also wieder zurück zum Ortseingang, und dort wo Geoge wohnt,  gibt es Ferienwohnungen in einer wunderschönen Parkanlage zu mieten. Also zum Büro marschiert und angeklopft. Seine Frau öffnet mir und ich erkläre ihr in meinen 5 Sätzen Italienisch mit Spanischem Akzent, dass wir mit Pferden von Calafate nach Bariloche unterwegs, diese müde und hungrig seien und wir einen Platz für eine Nacht für die Pferde bräuchten.  Sie ruft ihren George und der Geschäftsmann nimmt sich unser an. Wir können das Gepäck in seinem Stall unterbringen und bekommen eine Weide und ausreichend Luzerne (Alfalfa) für die Pferde. Später fährt er uns ins Dorf und kauft Hafer für uns ein und am Abend kann ich mit seinem Internet über Skype mit Dominik Marty in Bariloche telefonieren. 

9.3. 

George wechselt uns USD in Arg Pesos zu einem um 50% besseren Kurs, als die Bank und wir gehen einkaufen. Wir brauchen Eraduras, Eisen, die es in verschiedenen Groessen in vierer Saetzen 2 vorne rund 2 hinten oval gibt, dazu die passenden Naegel, die abgezaehlt werden. Dann muessen wir unsere Vorräte aufstocken, da wir die naechsten Tage im Nationalpark unterwegs sein werden. Wir verabschieden uns von George und seiner Frau, die beide sehr hilfsbereit waren. Dominik hat uns einige Kontakte organisiert, und wir reiten heute erst um 2 Uhr weg, und erreichen nach 3 h und 20 km unser Ziel, wo Adriano Munoz schon an der Strasse auf uns wartet. Irgend wer hat ihn angerufen, und gemeldet, wir kämen jetzt. Er versorgt die Pferde mit Heu, macht uns Feuer und wir sitzen an der Weide und trinken Mate. Heute grillen wir mitgebrachtes Fleisch und legen uns bei einem Wohnwagen auf der Veranda schlafen, ohne dass wir Adriano nochmals zu Gesicht bekommen. 

10.3. 

Am Morgen regnet es das erste Mal wirklich. Wir satteln die Pferde dennoch, denn normalerweise aendert das Wetter hier sehr schnell. Leider ist die Strasse zum Park geteert, ab und an gibts einen sandigen Seitenstreifen. Wir koennen ohne Probleme in den Park hinein, und am Nachmittag hoert der Regen auf. Wir ziehen durch den Park auf der Suche nach dem Hof, den Dominik uns angegeben hat. Die Gegend erinnert an die Schweiz, als alles noch bewaldet war. Tuerkiese Seen und riesige Buchenbaeume sowie Sumpfschachtelhalmbuesche, mit 5 m Hoehe. Die Campingplaetze sind alle kahlgefressen oder im Wald, so dass wir kein Futter fuer die Pferde finden. So ziehen wir weiter, bis Christian, der Rancher anhaelt und uns ein Camp empfiehlt. Nach einem langen Tag freuen wir uns auf Heu, Steak und ein Bier. 

11.3. 

Wir reiten aus dem Park hinaus, in eine weite Flussebene hinein. Es ist der Rio Careleufu, den wir in den Bergen schon gefurtet haben. Jetzt ist es ein träge dahin mäandernder Strom. Wir finden eine Weide, aber das Tor ist mit einem riesigen Schloss verriegelt. Wir reiten weiter und schauen auf ein grünes Tal hinunter. Endlich wieder Futter für die Pferde. Nach 47 km in der Hitze sind wir geschafft und Jonathan, der gleich im ersten Haus des Dorfes wohnt, hat es uns wohl angesehen. Er lädt uns gleich ein paar Tage zu bleiben. Wir nehmen dankbar an. Er ist 26 verlobt, hat ein 1 Monate altes Baby, und hat zusammen mit seinem Vater und Geschwistern ein tolles Haus gebaut. Wir bleiben auch den nächsten Tag und nutzen die Zeit, die Pferde neu zu beschlagen, was jetzt bei allen mehr oder weniger einfach geht. Auf die Frage, ob er denn nicht etwas aus seinen Fähigkeiten als Häuslebauer machen möchte, sagt er: nein, ich will ein Gaucho sein, und mit meinen Pferden arbeiten. In der Saison biete ich Wanderritte an und meine Frau wird wieder als Krankenschwester arbeiten, wenn wir dann mal verheiratet sind. Aber ich will meine Freiheit als Gaucho haben. Wir kaufen 2 Hühnchen und Bier und ich bin überrascht, als ich sehe, dass die zusammen fast 6 kg auf die Waage bringen. Die Hühnchen werden im Hauseigenen Kamin ggegrillt und mit Verwandten von Johnathan sitzen wir gemeinsam am Abendessen. Beim Abschied stecken wir der jungen Mutter eine Kleinigkeit zu und sie heult fast vor Freude. 

12.3. 

Jonathan und seine Frau stehen extra auf, um uns zu verabschieden, und wir ziehen auf der Route 71 nach Norden. Es sind nur 25 km, so dass wir kurz vor Mittag in Cholila sind. Den ersten Mann, der so etwas Gaucho maessig daherkam, fragten wir und er fuehrt uns nach kurzem Telefonat mit seiner Bekannten zu seinem Puesto, schön im Schatten einiger hoher Bäume. Die Pferde haben 6 ha gemähte Weide und Sumpf und sind gut versorgt. Wir essen Mittag und legen uns schlafen. Gegen 4 Uhr hat es auf erträgliche 25 Grad abgekühlt und wir erkundigen das Dorf. Da es vor 4 Wochen einen Waldbrand gab, bei dem 50-80 000 ha verbrannten, fliegen Helikopter im 5 Minuten Takt auf Kontrolltour.  Das Dorf hat zwei Restaurants, eine Kirche, eine Touriinfo, und 3 Kioske (Mercados) in denen man Lebensmittel für den täglichen Verbrauch einkaufen kann. Dann einen Reifenreparaturdienst, 2 Boutiquen und Baumärkte sowie ein winziges Möbelgeschäft. In einem der Restaurants geniessen wir zwei Bier für 13 Dollar und nutzen das Internet. Zum Abendessen gibts panierte Schnitzel vom Grill mit Kartoffelstock, Paprika mit Käse und Tomatensalat. Zum Dessert eine Nektarine. Wir schlafen im Freien, unter den Bäumen. Als es abkühlt und Nebel aus dem Tal hochsteigt, können wir den Geruch von fauligem Abwasser riechen. 

13.3. 

Der Gaucho kommt, um sein Puesto wieder zu verschliessen, extra früh angefahren und wir reiten gemütlich auf dem Seitenstreifen der Route 40 nach Norden. Den Jog unserer Mestizos kann man gut sitzen und nach bald drei Monaten, weiss ich die bis zu 6 Lagen Polster der Gauchosättel zu schätzen, obwohl ich mit 4 auskomme. Wir kommen so im Schnitt auf 8,5 km/h, so dass hier ein Tagesritt mal knapp 3 h dauert. Gegen Mittag brennt die Sonne schon wieder mächtig vom wolkenlosen Himmel, so dass die Estanzia Agua Pura, gerade zu verlockend klingt. Wir biegen also ab auf die Sandspur, die erst mal parallel zu R 40 weiterführt. Bald biegt ein Weg ab, der jedoch um den Hügel herum wieder nach Süden führt. Trotzdem reiten wir weiter, denn das Tal verspricht grünes Gras und Wasser. Nach 3 km finden wir einen verlassenen Hof, mit gutem Gras und entscheiden hier zu bleiben. Später hören wir beim Nachbarn Lärm, ich gehe rüber und treffe Lorenzo, der nur sagt, “claro, no problema,” als ich frage, ob wir bei seinem Nachbarn unterkommen können. Wir lassen die Pferde grasen, machen Siesta und essen Erbseneintopf, während wir auf den Eigentümer des Puestos warten. Der sollte kommen, um seine Schweine und den Hund zu füttern. Um 9 lege ich mich schlafen, 30 min später kommt er per Pferd und Hund abgetrottet. Also wieder in die Hosen und nach kurzer Vorstellung, ist auch er happy, uns für die Nacht beherbergen zu dürfen und trottet wieder in die Nacht hinaus. Ob er die Schweine gefüttert hat, weiss ich nicht. Der Hofhund auf jeden Fall ist verschwunden. 

14.3. 

Wir sind gestern auf der Routa 40 direjt bis El Bolson durchgeritten und haben dort den Sebastian El Moro mit seinem Ausreitunternehmen getroffen. Er hat sich fast überschlagen uns zu helfen. Die Pferde stehen auf 10 ha Weidland zusammen mit den 8 Criollis und Arabern von Sebastian. Wir nächtigen in seiner Bleibe, müssen aber erstmal Platz schaffen, für unsere Matten und die getrocknete Hundekacke zusammenkehren. Nachmittags gehen wir einkaufen und anschliessend trinken wir gemeinsam Mate bei Martin dem Paraglider und da das bestellte Taxi nicht kommt, marschieren wir um 8 Uhr abends die 8 km wieder zurück. Dann endlich findet sich ein Gasthaus, wo wir was essen können.  

15.3. 

Heute bringt Sebastian seinen 60jaehrigen Kastenwagen zu seinem Standplatz runter, allerdings sind seine Lenkstangen nicht mehr vorhanden, und er muss alle 5 m aussteigen und per Fuss die Raeder in die gewünschte Richtung bringen. Wir gehen einkaufen und es gibt einen Markt, den wir abklappern. Zu Mittag gibts einen halben Liter frischen Heidelbeersaft und ein Steaksandwich. Dann gehts um 4 zum Friseur, der mir für 5 USD die Haare und den Bart stutzt. Der Veterinän, der eines der Pferde versorgen muss, geht mit uns Pads und Hafer einkaufen.  Am späten Nachmittag kommt Levi mit Pinocchio angetrabt und wir freuen uns, ihn wieder zu sehen. Er hat in einer Disko ein Mädchen kennen gelernt, dass hier in Bolson wohnt, und bei der wird er die nächsten Tage bleiben. Abends sind wir zu einem Assado bei Freunden von Sebastian eingeladen. 

16.3. Pausentag 

17.3. 

Gestern war der 2. Pausentag. Die Pferde wurden erst um 2 gesattelt und nach 8 km war dann auch schon wieder Ende. Die Pferde glaubten uns erst nicht, aber als sie gruenes Gras sahen, waren ihre Zweifel behoben. Wir waren auf dem Grundstück von Martin dem Paraglider, einem Freund von Sebastian, der am Vortag spontan angeboten hatte ein Stueck mit zu reiten.  Ich kochte Abendessen fuer die Familie und seine Mitarbeiter. 

18.3. 

Heute habe ich verschlafen, die Pausen machen muede. Wir verlassen Martin und El Bolson in Richtung Norden und kommen bald wieder auf die R40 zurueck. Martin konnte jetzt doch nicht mitreiten, denn seine Frau muss in die Stadt und hat ihm die Kinder aufs Auge gedrückt. Die Pferde haben keine Probleme mehr mit dem Schwerverkehr, nur wenn Cacique vor den anderen Pferden ueber eine Bruecke soll, macht er noch immer Zirkus. Das führte gestern zu einer heftigen Diskussion, nach der er heute freiwillig ueber die Bruecke geht. Um 14 uhr sind wir in Questa del Ternero und fragen, am Puesto, ob wir hier die Nacht verbringen können. Sofort werden wir willkommen geheissen. Wir warten hier auf Domonik und seine Frau, die mit uns nach Bariloche zurueck reiten wollen.  Gegen 19 Uhr kommen die beiden angeritten und gemeinsam mit den beiden Eheleuten des Puestos geniessen wir die ersten Teile des 1,4 m langen Filetstückes, dass Dominik anliefern hat lassen. Die Pferde werden angehobelt und Dominik stellt sein Zelt auf, während wir in einem Schuppen nächtigen. 

19.3. 

I n der Fruehe sind erst mal die Pferde weg. Nicht alle. Nur die unsrigen. Und da sie komplett eingezaeunt und dazu gehobelt sind, mache ich mir mal keine grossen Sorgen, sondern warte bis es hell wird. Eine Stunde spaeter finden wir sie auf dem Berg, oberhalb der Weide. Wir gehen frühstücken und brechen gegen 10 Uhr auf. Vor uns liegen 60 km Bergstrecke und Dominik ist unser Guide. Wir traben auf Sandwegen dem Rio Tenguer hinauf und das Gebiet wird immer trockener und die Mitchaybuesche (eklige Dornrnbuesche, deren Stacheln extrem spitzig sind) verdrängen das Gras komplett. Erst nach etwa 6 h finden wir etwas Gras. Wir verlassen den Weg bei einem Puesto und überqueren einen niedrigen Pass. Der Abstieg auf der anderen Seite ist steil und staubig. Unten im Tal fliesst der Las Horquettas, an dem wir uns den Staub vom Gesicht und der Kehle spülen. Noch 3 h Jog verkündet Dominik, dann sind wir dort, wo es gutes Gras hat für die Pferde. Der Weg ist breit und sandig, so dass wir gut vorankommen. Plötzlich höre ich die Tammy (Dominiks Frau) rufen und Dominik dreht auf der Stelle um, und galoppiert zurück. Als ich ebenfalls zurück bin, liegt Pat benommen am Boden und braucht ein wenig, bis sie wieder zu sich kommt. Was genau passiert ist, weiss keiner, aber ausser dass ihr die Schulter und ein paar Rippen weh tun, scheint es ihr gut zu gehen. Eine Stunde später sind wir auf der Hirschfarm des Don Pablo, und geniessen 600 gr Rindsfilet vom Feinsten. 

 

20.3. 

Heute reiten wir nur 5 h verkuendet Dominik und über Mittag machen wir Pause, bei Freunden. Erst um halb 11 reiten wir nach einer zweiten Runde Mate ab. Der Weg führt wieder einem Fluss entlang. Es ist der Rio Chibut, der Fluss, der der Provinz den Namen gibt. Nach einer Stunde erreichen wir die Estanzia Miranda und werden von der Dona Blanco und ihren Söhnen herzlich begrüsst. Es gibt Mate und dannach Brot direkt aus dem Ofen und Bier. Die Pferde bekommen Alfalfa und eines der Pferde von Dominik wird neu beschlagen. Wir reiten weiter dem Chubut entlang nach Norden und treffen unterwegs einige Gauchos, die Rinder nach Hause treiben. Sie sind über den Pass zur Weide des Nachbarn gegangen und haben sich dort unter dessen Herde gemischt. Gegen Abend machten wir kurz vor einem Puesto in einem Wald Camp und lassen die Pferde gehobbelt und angepflockt grasen. 

19.3. 

Wir verlassen den Chubut und reiten nach Nordwesten zur Sommerweide von Dominik. Dort werden Die Pferde den Winter über bleiben. Nach 2370 km und 53000 Höhenmetern hat unser Traum ein Ende. Patagonien und die Anden zu Pferd. Wir haben die Cordillieren 4 mal gequert und sind ohne grosse Blessuren angekommen. Auch die Pferde haben sich wacker geschlagen und ausser einigen Druckstellen, die Strapazen und vor allem die Kletterpartien in den Bergen erstaunlich gut gemeistert. Wir sind in Bariloche angekommen und geniessen den Luxus der Zivilisation.  Die Pferde haben die Leistungsfähigkeit der Criollos eindrücklich bestätigt.  Sie stehen jetzt auf gewohnter Weide und können sich erholen. Freunde werden sie wieder nach Süden bringen im nächsten Frühjahr.  Auf Levi wird seinen Pinocchio hier herbringen und dann nach Europa zurückkehren.   Argentinien ist eine Reise wert. Definitiv. Grossartige Leute, weitläufige Landschaften und tolle Pferde... Es hat sich gelohnt.... 

 

    

An den Fiestos zeigen die Gauchos ihre Reitkünste, und so sieht das dann aus....  In jedem Haus hängen Kalender mit Fotos von spektakulären Ritten, verteilt von den Tierärzten Argentiniens....    

   

 

 

Reiten in der Wildnis Argentiniens   Argentina Calling – Die erfahrenen Weitreiter Peter van de Gugten und Pat reiten drei Monate entlang den Anden Patagoniens. Durch ihre drei Criollos erlebt der Schweizer die Natur und die Menschen in dieser trockenen, heißen Gegend auf eine einzigartige, faszinierende Art und Weise.   Seit Tagen schon reiten wir in der sengenden Hitze der Pampa und halten Ausschau nach Bäumen am Horizont. Dort wo Bäume sind, gibt es Wasser. Und Wasser ist bei den herrschenden Temperaturen lebensnotwendig. Wir sind unterwegs im nördlichen Teil der Provinz Santa Cruz. Proviant haben wir gerade in einem kleinen Dörfchen aufgestockt und hoffen heute Abend irgendwo Futter für die Pferde zu finden.  Wir durchqueren im Schritt das ausgetrocknete Seebecken. Feiner Staub wirbelt auf und färbt meine Stiefel weiß. Wir gelangen auf den Schotterweg, derals Routa 51 ausgewiesen ist. Es ist vier Uhr nachmittags und die Pferde sind nach 40 Kilometern im Jog müde. Bald schon kommen wir an ein rostiges Eisen-Tor, welches wie üblich nicht verschlossen ist. Wir überqueren den Hügel und vor uns liegt eine bewaldete Fläche, aus denen einige Dächer in orange heraus leuchten.   Ein Hund bellt in der Ferne und wir kommen zu weit verstreuten Gebäuden der Estanzia Lago Blanca, die nicht mehr im besten Zustand sind. An den Zäunen hängen Schafhäute und wir arbeiten uns zu einer Fläche vor, wo gutes Gras zu finden ist und wo ein kleiner Bach durch das Gelände fließt. Wir satteln die Pferde ab und legen unser Gepäck in einem der offenen Küchen-Ess-Räume auf den Tisch. Die Pferde werden gehobbelt und zum Grasen entlassen, während ich im offenen Kamin der Hütte ein Feuer anmache, um erst mal Wasser für Mate (südamerikanischer Tee aus Blättern des Mate Strauches) aufzusetzen. Auf dem kleinen Grill über dem Feuer wird das Wasser langsam warm und wir geniessen den Matetee in der absoluten Stille des Ortes. Wir lassen die Vergangenheit Revue passieren.   

 

 

 

Mit drei Criollos unterwegs  Pat und ich sind nach dreimonatiger Planung Anfangs Dezember mit 69 Kilo Gepäck nach Buenos Aires und weiter nach El Calafate (Argentinien) geflogen. 300 Kilometer weiter südlich haben wir drei Criollo-Mestizos gekauft und sind mit diesen Pferden entlang den Anden nach Norden geritten. Es sind zwei Criollo-Friesen und ein Criollo-Araber, der mir gegenüber anfangs sehr scheu war. Wir haben schon sechs Wochen und die ersten 1400 Kilometer hinter uns und wir sind inzwischen ein eingespieltes Team. Ende März wollen wir in Bariloche ankommen, eine Strecke von knapp 2400 Kilometern liegt vor uns. Geplant war an den Anden entlang zu reiten. Doch vor Ort stellt sich das etwas schwieriger als gedacht dar, denn die Grenze zu Chile verläuft hier im Norden nicht auf den Höhenzügen der Cordilleras, sondern reicht weit in die Pampa hinein, sodass auch wir gezwungen sind, die kühlen Berge mit dem klaren Wasser und den grünen Weiden zu verlassen und uns hier durch die in der Hitze flimmernde Pampa zu schlagen, immer entlang von geschotterten Pisten, die nach Norden führen.   Kein Gaucho auf der Estanzia?   Pat reicht mir die Kalabasse mit dem Mate und reißt mich aus meinen Gedanken. Ich fülle Wasser nach und nehme einen langen Zug mit dem Metallrohr. Ich sollte vielleicht mal schauen gehen, ob ich einen Gaucho finde, dort wo vorher ein Hund gebellt hat. Ich nehme meinen Hut, stehe auf und durchforsche die Estanzia. Erst suche ich in einem Korral, der an einen Stall angrenzt, wo Schafe für die Schur eingepfercht werden können. Doch er steht zurzeit leer. Ich gehe in ein kleines Gebäude, wohl das Schlachthaus, dann in das Haupthaus, welches verschlossen und verriegelt ist. Dann, etwa zwei Kilometer entfernt auf der anderen Seite des kleinen Baches, finde ich die Unterkünfte der Gauchos und dort auch die Hunde im Schatten der Bäume angebunden. Auf dem Bett liegen Bekleidungsteile und Zigaretten, also wird wohl auch einer hier wohnen.   Ich kehre zu unserer Schlafhütte zurück und erkläre Pat, dass wir wohl heute Abend Besuch vom Gaucho bekommen werden. Auf dem kleinen Feuer bereite ich das Abendessen vor, während Pat unsere Schlafmatten- und säcke auf dem Boden ausbreitet. Nach dem Essen holen wir die Pferde und pflocken Danielito auf den grünen Flächen an, um ihn dort für die Nacht grasen zu lassen. Die anderen beiden bleiben gehobbelt, dürfen sich aber frei bewegen.   

 

 

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