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Grundsätzliches

Grundsätzliches 
Diese Seite behandelt grundlegende Fragen und Überlegungen rund um Wanderreiten, die nicht einzelnen Kursen, Ritten oder Kategorien zugeordnet werden können.
Die hier versammelten Themen betreffen Haltung, Verantwortung und Einschätzung.
Es geht nicht um Rezepte oder feste Regeln, sondern um Orientierung, Erfahrung und das Abwägen von Zusammenhängen. Viele dieser Fragen tauchen immer wieder auf – unabhängig davon, ob es um kurze Ritte, mehrtägige Touren oder lange Wanderritte geht.

Einstellungen

Die einzige Konstante, die permanente Veränderung

Plane so viel du willst, am Ende kommt es anders....


Menschen glauben alles, am meisten das, was sie glauben wollen.


Menschen tun absolut alles, um Angst und Schmerz zu vermeiden.....
Leben ist 90 % Einstellung, 10 % Umstände

Die Experten waren sich einig, es sei nicht möglich.
Da kam einer der wusste dies nicht... und tat es.
Es scheint immer unmöglich... bis es jemand tut.

No is not an option....   
geht nicht gibts nicht....
Umkehren gilt nicht....



 

Fütterung unterwegs

Fütterung unserer Wanderreitpferde

Unser Verständnis von Leistung ist geprägt von unserer eigenen Erfahrung.

Wenn man die heutigen Weitwanderstrecken ansieht, werden Tagesdistanzen von 15–20 km genannt. In einem Bericht über die Erstbesteigung des Matterhorns hat Reinhold Messner erwähnt, dass um 1870 eine normale Wanderdistanz von etwa 60 km pro Tag üblich war – und das nicht mit Nikes ultralight, sondern mit schweren, genagelten Stiefeln und 30 kg Seil.

Unsere robust gehaltenen Pferde haben sich nicht verändert.

Sie sind noch immer in der Lage, nachts beim Grasen etwa 25 km zurückzulegen und am Tag nochmals 40 km zu gehen – also weit über 60 km. Auch wenn wir als Reiter oft schon nach 30 km müde werden.

Bei der Fütterung richtet sich das Mass nach der Arbeitsleistung.

👉 Aber nicht nach unserer Arbeitsleistung – sondern nach der des Pferdes.

Arbeitsleistung beginnt nicht bei 25 km Wanderreiten in der Ebene, sondern eher bei 30–40 km, abhängig vom Gelände.

Deshalb ist in vielen Fällen kein Leistungsfutter notwendig, sondern lediglich Heu oder Gras – allerdings gerne so viel, wie das Pferd fressen möchte.

Wenn wir von Leistungsfutter sprechen, geht es auch dort nicht um wohlriechend oder haferfrei.

Das sind Produkte, die von der Industrie zur Profitsteigerung verkauft werden. Sie sind jedoch in der Regel überflüssig – wenn nicht sogar kontraproduktiv oder im schlimmsten Fall schädlich.

Das beste Leistungsfutter, das wir unseren Pferden geben können, ist nach wie vor:

👉 Hafer oder Gerste.

Sie enthalten eine optimale Kombination aus Aminosäuren und Proteinen, die vom Körper des Pferdes gut verwertet werden können.

Wenn ein Pferd 50 km am Tag zurückgelegt hat, müsste es etwa 12 kg Heu fressen, um die verbrauchten Kalorien wieder aufzunehmen.

Das entspricht etwa 150 % des normalen Bedarfs.

Für 12 kg Heu benötigt ein Pferd ungefähr 480 Minuten – also rund 8 Stunden Fresszeit.

Um dem Pferd mehr Ruhezeit zu ermöglichen, geben wir beispielsweise 1 kg Hafer.

👉 Dadurch spart das Pferd etwa 2 kg Heu und rund 1,5 Stunden Fresszeit.

Bei 2 kg Hafer sind das entsprechend etwa 3 Stunden.

Der Nachteil:

Hafer und Gerste werden schnell in Zucker umgewandelt. Die Energie steht also kurzfristig zur Verfügung.

Heu hingegen liefert langanhaltende Energie.

👉 Vergleich: Schokoriegel versus eine Portion Spaghetti.

Das Einzige, was wir unseren Pferden auf langen Wanderritten regelmäßig zusätzlich geben – vor allem bei starkem Schwitzen – ist:

👉 Salz oder Mineralfutter.

Wir lösen es im Wasser auf und geben es über das Heu.

👉 Salz bekommt man in jedem Restaurant. Es muss nicht vom Himalaya kommen.

Wichtiger Hinweis zum Schluss

Bevor ich auf Tour gehe, bekommen meine Pferde bewusst unterschiedlichstes Futter:

  • geschroteten Mais

  • Hafer

  • Gerste

  • wenn vorhanden auch Mischfutter

👉 Ziel ist es, die Darmbakterien darauf vorzubereiten, auch unbekanntes oder wechselndes Futter unterwegs verwerten zu können.

Old School Horsemanship

If horse is too fat……                             ride it more

If horse is too skinny …………..            feed it more

If horse looks good……….              feed it the same

If the saddle doesn’t fit…..           try a different one

If the saddle fits ………..                                   use it

If horse is sick…….                                  call the vet

If horse is well……                 don't look for trouble

If horse is too cold ……..                 give it more hay

If horse is too warm ……..                    cool it down

If the horse is sweating and warm…..             clip it

If horse is doing little work…..               don’t clip it

Horse needs to be shod……              shoe the horse

Horse doesn’t need to be shod…..                leave it 

Horses ears are forward....              you have treats 

Horses ears are back…….           It doesn’t like you 

Horses teeth are bared....  it’s hangry and is going to eat you.

Wie schwer ist zu schwer ?

Wie schwer ist zu schwer?

Dein Wanderpferd kann etwas Reserve haben, bevor es sich auf einen langen Wanderritt begibt. Lassen wir uns das definieren.

Ein wenig Reserve bedeutet, dass du seine Rippen nicht siehst, aber immer noch fühlen kannst. Es gibt kein überschüssiges Fett im Nacken oder am Körper deines Pferdes.

In diesem Zustand zu beginnen, sichert das bestmögliche Ergebnis für das Pferd auf dem langen Weg.

Und wenn wir von einem langen Weg sprechen, handelt es sich nicht um einen Wochenendausritt, sondern um Strecken von bis zu 1000 km oder mehr in einem Durchgang über einen Zeitraum von 4 Wochen oder länger (siehe Training des Wanderpferdes, körperliches Training).

Die meisten Pferde, die ich in Colorado und auch in Europa sehe, sind überfüttert (fett) und unterfordert (nicht fit).

Wenn dein Pferd richtig trainiert ist und die Muskeln des Bauches und des Unterbauches in der Lage sind, den Rücken über einen längeren Zeitraum zu wölben, wird es in der Lage sein, das Gewicht des Reiters zu tragen, ohne Schaden zu nehmen.

Das bedeutet auch, dass seine Hinterhufe in der Regel vor seinen Vorderhufen den Boden berühren.

Wenn dein Pferd fit und älter als 5 Jahre ist, wird es innerhalb der oben genannten Kondition in der Lage sein, etwa 20 % seines eigenen Gewichts auf seinem Rücken zu tragen.

Das bist du – inklusive Sattel und Ausrüstung.

Meine Erfahrung zeigt, dass in der Regel der Reiter nach etwa 8 Stunden müde wird und dann aufhört, sauber zu reiten. Genau das ermüdet das Pferd zusätzlich.

Wenn dein Pferd 500 kg wiegt, kannst du etwa 100 kg aufladen. Das entspricht 20 %.

Jedes zusätzliche Kilogramm erfordert jedoch mehr Achtsamkeit und längeres Training, wenn dein Pferd langfristig gesund bleiben soll.

Deshalb:

  • gehen wir etwa 10 Minuten pro Stunde, meist bergab

  • wechseln regelmäßig die Gangart (Schritt, Trab, Galopp)

  • machen bewusst Pausen, bevor das Pferd übermäßig müde wird

Anmerkung

Wenn dein Pferd übergewichtig (fett) ist, bedeutet dies, dass es nicht 20 % seines Gewichts tragen kann – sondern entsprechend weniger.

Eindecken:  nein danke ....

Horse standing calmly in falling snow with winter coat
Minus 24° 15.1.24

Eindecken von Pferden

Das Eindecken von Pferden kann die gesamte Thermoregulation des Pferdes außer Gefecht setzen, weil das Tier versucht, die nicht bedeckten Körperteile zu wärmen – wie zum Beispiel Kopf und Hals, Bauch und Beine.

Dabei überhitzen die eingedeckten Körperteile. Das Pferd ist nämlich nicht in der Lage, nur einzelne Körperpartien gezielt zu heizen oder zu kühlen.

👉 Wenn Pferde eingedeckt werden, werden Krankheiten Tür und Tor geöffnet.

Der Schutz vor Kälte ist beim Pferd so effektiv, dass auch ein arabisches Vollblut oder jedes gesunde Warmblutpferd sich bei Außentemperaturen von weit unter -20 °C im Freien wohlfühlt.

Das Pferd ist eines der Tiere, die sich durch ihre extrem gute Thermoisolation am besten an unterschiedlichste Temperaturen anpassen können.

Was tut der Mensch, wenn es ihm kalt wird?

Er zieht einen Pullover an – also kriegt sein Pferd auch einen.

Dabei wird vergessen, dass die Natur dem Pferd bereits einen Winterpelz gegeben hat.

👉 „Aber mein Pferd zittert ja!“

Im Gegensatz zu uns, die wir unterkühlt sind, wenn wir zu zittern beginnen, können Pferde einzelne Muskelpartien durch Mikrovibration erwärmen.

Diese Fähigkeit haben wir Menschen verloren.

👉 Dein Pferd heizt also seine Muskulatur völlig selbstständig – ohne Decke.

Natürlich gibt es Ausnahmen.

Diese Pferde sind jedoch in der Regel nicht auf Wanderritten unterwegs, weil sie entweder alt oder gesundheitlich eingeschränkt sind.

Wenn mein Pferd völlig durchgeschwitzt ist, bekommt es eine Abschwitzdecke.

Bin ich unterwegs, es hat den ganzen Tag bei 3 °C gestürmt und mein Pferd hat keinen vernünftigen Witterungsschutz, dann ziehe ich ihm meinen Militärponcho über, damit es nicht im Wind und Regen stehen muss.

👉 Besser wäre allerdings, ich könnte es unterstellen und ihm einen Berg Heu vorlegen.

Mein in Argentinien (Wintertemperatur ca. 8 °C) gezogener Criollo steht in Colorado bei -35 °C im Schneesturm mit 10 cm Schnee auf dem Rücken auf der Weide – obwohl ein Offenstall vorhanden ist, den er aber nicht nutzt.

Wohlfühltemperatur Pferd:  5 – 15 °C
Wohlfühltemperatur Mensch: 18 – 25 °C

👉 Frage:
Warum werden Kühe nicht eingedeckt – Pferde aber doch?

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Cows standing in stable with snow covered Wintercoat
Erfahrung aus eigenen autonomen Langstreckenritten  
Diese Erfahrungen fließen in unsere Vorbereitung, Sicherheit und Ausbildungskonzepte ein.
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