
Anforderung Alpenritt
Mentale Vorbereitung – Kopf frei, Herz offen, Pferd bereit
Dein Pferd sollte Wanderreiterfahren, zwischen 6 und 20 Jahre alt und mental stabil sein. Bäche müssen gefurtet, Brücken souverän überquert und unbekannte Situationen gelassen gemeistert werden können.
Dein Pferd muss angebunden ruhig stehen bleiben, sozial verträglich und insgesamt entspannt sein.
Der wichtigste Punkt dabei bist du:
Du lernst, deinem Pferd zu vertrauen – und ihm durch dein Verhalten Sicherheit zu geben. Pferde orientieren sich nicht an PowerPoint-Präsentationen, sondern an deiner inneren Haltung.
Merksatz:
Mein Pferd ist fähig, über die Alpen zu gehen.
Egal, ob es jemals dort war oder nicht – es ist ein Pferd.
Führen – Wer macht welchen Job?
Damit dein Pferd seine Aufgabe erfüllen kann, musst du ihm Raum geben, damit es seinen Job machen kann. Dein Pferd hat vier Füße und zwei Augen – und ist damit ganz hervorragend ausgestattet, um auf unebenem Gelände selbstständig zu agieren. Es ist im Klettern übrigens mindestens doppelt so gut wie du. Vier Beine schlagen zwei. Immer.
Merksatz:
Ich achte auf meine Füße – mein Pferd auf seine.
Und ich lasse ihm bis zu 3 m Platz.
Auf gut Deutsch heißt das:
Deine einzige Aufgabe ist es, darauf zu achten, wo du hintrittst. Der Job deines Pferdes ist es, mit seinen Hufen klarzukommen. Dazu braucht es einen langen Führstrick (3,80–4 m), damit dein Pferd sehen, planen und reagieren kann. Wenn du einen Meter vor ihm den Pfad hinunter hüpfst, bleibt ihm schlicht keine Zeit, sauber zu treten.
👉 Lass ihm Luft.
👉 Halte Abstand.
👉 Sorge dafür, dass es dir nicht auf die Haxen tritt.
Optimal sind 2–3 m Abstand.
Egal, was passiert: Dein Pferd darf sich dir nicht auf weniger als 1 m nähern oder dich von hinten bedrängen beim Führen.
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Wenn möglich, übe ruhiges Treppensteigen:
hoch und runter – wobei runter die Königsklasse ist. Ziel ist, dass dein Pferd so langsam wie du, ohne zu drängeln, die Treppe meistert. -
Achte darauf, dass dein Pferd auf dem Weg bleibt und nicht rechts oder links an dir vorbeizieht.
Du gibst Sicherheit – durch klare Führung und konstanten Abstand.
Das kannst du wunderbar vom Boden aus üben:
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auf dem Sandplatz, mit Pylonen oder Stangen, im Slalom, bei dem dein Pferd 3 m hinter dir geht.
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Übe auch, dass es vor dir hergeht und du folgst.
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Dein Pferd muss auf Stimme, Stricksignal oder Körpersprache zuverlässig
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– anhalten
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– stehen bleiben
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– vorwärtsgehen
👉 Stichwort: Schlepplift (später mehr)
Wenn du ein unerfahrenes Pferd hast – oder selbst noch nicht genügend Erfahrung – bist du herzlich eingeladen, an einem Extremtrail in Schleitheim (CH) teilzunehmen.
Dort bekommst du das komplette Rüstzeug für die alpine Tour.
Kondition – ohne Dampf kein Gipfel
Ross und Reiter müssen konditionell in der Lage sein, bis zu 40 km in der Ebene pro Tag zu bewältigen.
Dein Pferd gilt als ausreichend konditioniert, wenn du
– 20 Minuten im flachen Gelände durchtraben oder joggen kannst
– und dein Pferd innerhalb von 5 Minuten wieder auf doppeltem Ruhepuls ist und ruhig atmet
In alpiner Höhe dauert die Erholung länger – das ist normal.
Für dein Pferd ist das übrigens meist weniger problematisch als für dich.
Persönliche Fitness – ehrlich währt am längsten
Du solltest in ruhigem, gleichmäßigem Tempo
5 Stockwerke oder ca. 60 Stufen nach oben gehen können,
ohne komplett außer Atem zu sein – schweres Atmen ist erlaubt, Drama nicht nötig.
Wenn du dich hier wiedererkennst, bist du warscheinlich bereit für einen Alpenritt.
Der Schlepplift – mein persönlicher Geheimtipp
Alle meine Pferde lernen, vor mir bergauf zu gehen. Ich halte mich am Schweif ganz hinten fest und lasse mich hochziehen. Dabei lehne ich mich mit meinem Gewicht gegen den Schweif – auf der Ebene würde ich quasi in Rückenlage stehen. Da es bergauf geht, laufe ich „flach“, während mein Pferd mich hochzieht. Das kannst du auch zu Hause üben:
– Lass dir von jemandem dein Pferd führen (2–3 m Abstand)
– Halte dich am Schweif fest
– Lehne dich zurück, Arme gestreckt
– Auf Kommando geht ihr los. Du bleibst in Rückenlage und lässt dich ziehen.
Mit Doppellonge oder Fahrzügeln kannst du auch alleine trainieren.
Auf der Via Sbrinz machen wir das genauso – mit dem kleinen Unterschied, dass du zusätzlich noch das Pferd hinter dir führst und wirklich bergauf gehst.
Die Alpentour – Reiten mit Verstand
Wir reiten überwiegend im Schritt.
Wann immer möglich, traben wir kurz an und gehen jede Stunde 5–10 Minuten zu Fuß.
Bergab und in steilen Passagen werden die Pferde am Führstrick und Knotenhalfter geführt.
Alle 2 Stunden gibt es eine Fresspause von 15–20 Minuten.
Mittagessen ist eine leichte Mahlzeit, entweder im Gasthof oder aus der Vordertasche.
Informationen über dich und dein Pferd
Bitte teile uns mit, wenn du
– höhenängstlich
– nicht schwindelfrei
– Allergiker
– oder medizinisch eingeschränkt bist
Diese Informationen gibst du bitte einer Person deines Vertrauens und dem Rittführer weiter.
Pferde & Schleifen im Schweif
Pferde, die schlagen könnten oder nicht hundeverträglich sind,
bitte sichtbar per Schleife und mündlich ankündigen.
Führen auf dem Trail
Die Pferde werden nicht am Gebiss geführt, sondern am Knotenhalfter, der unter dem Gebiss angelegt wird. Besorge dir einen Rundzügel, den du per Karabiner aushängen und am Halfter befestigen kannst.
Wir führen auch am langen Zügel. D.h. der Rundzügel wird nur an einem Ende eingehängt.
Vermeide es, zusätzlich einen Führstrick mitzunehmen.
👉 Empfehlung: Rundzügel mit Karabinern, den du sowohl zum Reiten als auch zum Führen nutzt.
Hufschutz – Pflicht, nicht Kür
C-Ritt
Geeigneter Hufschutz ist zwingend erforderlich.
Empfohlen:
– Duplos extra (grün) ohne Stollen
– Eisen mit Videastiften
– Hufschuhe nur, wenn sie perfekt passen und erprobt sind.
⚠️ Sollten Hufschuhe nicht halten, nageln wir zur Not auch Duplos auf.
B-Ritt
Auf B-Ritten empfehlen wir ausschließlich Duplos grün.
Hufschuhe sind nicht geeignet.
Uebernachtung
Wir übernachten in einfachen Gasthöfen, Mehrbettzimmer. Im Preis enthalten sind – Übernachtung
– Halbpension, – Trossfahrzeug – Rittführung. Mittagessen & Getränke sind separat zu bezahlen.
Einzelzimmer gegen Aufpreis.
Vesicherungen
Du verfügst über eine Haftpflichtversicherung, die Schäden durch dein Pferd abdeckt. Mit der Anmeldung bestätigst du das. Zusätzlich schließen wir eine Großtierrettungsversicherung ab,
die Rettungskosten bis 5.000 CHF übernimmt.
Der Trail Boss hat das Sagen. Anweisungen der Rittführer sind verbindlich. Helmpflicht für Reiter unter 18 Jahren.
Hunde
Hunde nur nach Absprache. Nicht alle Restaurants & Hotels erlauben Hunde. Einige verlangen 15 CHF pro Nacht, wenn der Hund mit aufs Zimmer soll.
Hunde müssen:
– rechts vom Pferd gehen können
– bei Bedarf vom Pferd aus angeleint werden können
- müssen auf Kommandos hören, wenn sie frei mitlaufen und an Pferde gewohnt sein.
Jeder Hundebesitzer ist für seinen Hund selbst verantwortlich.
Teilnehmer erklären sich damit einverstanden, dass Hunde bei Bedarf im Trossfahrzeug mitfahren.
Bei zu vielen Hunde-Anmeldungen bleiben alle Hunde zu Hause.



