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2009 Swiss Cross, über das Dach der Schweiz

Aktualisiert: 11. März

Es ist so weit. Die Route ist grob geplant, wir arbeiten noch an den Details. Wir folgen der Via Alpina nach Westen zum Genfersee. Auch diese Strecke hat es schon in sich, aber die Pässe sind

gut machbar bis auf zwei, die etwas schwieriger sein werden. Der Rückweg auf der Südseite der Alpenwerden wir dann auf dem Alpenpässeweg nur noch zu zweit bewältigen, denn hier brauchen wir alle unsere Erfahrung und die Sicherheit unserer Pferde. Die Verpflegungssituation für die Pferde ist noch nicht optimal, wenn ihr also Leute kennt entlang der Route, die auch Pferde haben, sind wir um deren Adresse und Telefonnummer dankbar, soweit diese uns dann mit Kraftfutter bzw. Heu weiterhelfen können. 

 


8.8.2009 

Noch 12 Tage bis zum Start unserer Swiss Cross Tour. Und wie schon bald normal, sind auch dieses Jahr wieder einige Schwierigkeiten aufgetaucht. Vor 14 Tagen auf unserem Gepäcktestritt in Engelberg, hatten wir das Vergnügen mit einem einsamen Pony, dass völlig von Sinnen war vor Freude, zwei Artgenossen zu treffen. Das Pony liess sich weder durch die auskeilende Hinterhand von Flash noch Domingo beeindrucken und versuchte, auf Teufel komm raus, Freundschaft zu schliessen. Was bei unseren beiden Weissen nicht gut ankam. Denn die wollten nur in Ruhe gelassen werden. Mein Versuch das Pony auf der Weide einzusperren, misslang kläglich, da ich ihn zwar zurückhalten konnte, um Pat so Zeit zu verschaffen durch das Tor zu gehen, was ich nicht wusste, die Weide war gar nicht geschlossen, so dass das Pony schon bald wieder an Flash oder Domingo hochzusteigen versuchte. Beim zweiten Versuch, das Pony zu bändigen, hat dann Flash mit seinem Huf meine linke Kniescheibe erwischt. Anfangs meinte ich, dass sein nicht weiter schlimm. Erst nachdem das Pony glücklich von Domingo zurück zum Stall begleitet wurde - Domingo rannte davon Richtung Stall und das Pony folgte ihm stehenden Fusses - als ich dann das Pony mit dem Bauern zusammen in seiner Box eingesperrt hatten - auch die obere Türe sei zu schliessen, sonst steht er wieder draussen - meinte der Besitzer, stelle ich fest, dass ich das Bein kaum mehr belasten konnte. Nun inzwischen sind 14 Tage vergangen und ich bin guter Dinge, dass mein Knie die Tour durchhalten wird. Aber heute hat es Pahlavan erwischt. Auf einem Tournier ist er mitten in der Pleasure plötzlich lahm gegangen. Ohne Grund und ohne sichtbare Verletzung. Pat hat ihn verarztet, ihre berühmten Kügelchen kamen zum Einsatz. Wir werden morgen weitersehen, wie es geht.

 


Unsere Ausrüstung  

All unsere Satteltaschen sind Marke Eigenbau aus Leder, ohne aussenliegende Schnallen oder Riemen. Wir haben Vorderpacktaschen, in denen ich meine Technik transportiere und Pat Kraftfutter-Reserve für 2 Tage. In den Vorderpacktaschen habe ich ein Batterieladegerät, Kommunikationsteile, Kartenmaterial, Mini-Waschsaloon, Ersatzhalfter, Reparaturmaterial, Not-Beschlags- und Zaunwerkzeug, Putzhandschuh aus Gummi, mit dem man auch Elektrodraht anfassen kann, Ersatzbeschlag, zwei Wundersalben und anderen Kleinkram, sowie Platz für Snacks und Getränke. Dazu Notsignal, Warnlicht und reflektierende Bänder. Pat führt dazu neben einer Ersten Hilfe eine Homöopathische Apotheke und ein spezielles Beruhigungs- und Schmerzmittel mit, damit wir im Notfall ein Pferd ruhigstellen können, bis Hilfe kommt.   In den hinteren Packtaschen, sind ein Daunen-Schlafsack sowie eine aufblasbare Daunenmatte, ein paar Ersatzschuhe, in der anderen Bekleidung sowie eine Daunenweste und Regenschutz. Darüber sind meine Verpflegungstaschen mit einem Hobbo-Ofen (verbrennt auch Pferdemist) und einem Kochtopf sowie Platz für Trekking-Mahlzeiten und unterwegs einzukaufende Verpflegung. Pat führt an ihren Packtaschen 2 x 1,5 ltr Getränkeflaschen mit.  Hinter dem Cantle ist die Banane oder Rolle, in der sich neben den Gamaschen für Mensch und Pferd, das Weidezaunset (Eigenbau) und unser Zelt/Poncho und Zeltstangen, sowie ein Wassersack befinden, obendrauf befindet sich meine Rope, ein starres Seil aus USA, das sich nicht um die Fesseln eines Pferdes wickeln kann. 

 

Orientierung  


Ich arbeite sehr gerne mit dem Garmin GPS60csx, da es die höchste Zuverlässigkeit und bei allen Lichtverhältnissen ein gutes Display hat. Die Batterien halten zwei Tage und bis jetzt hat mich das Teil noch nie im Stich gelassen. Zusätzlich führe ich einen Satz selbst ausgedruckter Kartenblätter mit,  1:200.000 und in unbewohntem Gebiet 1:50.000. Auf den Kartenblättern ist die geplante Route eingezeichnet und ebenso ist auf dem Garmin die Route sichtbar. Ich habe die Route mit der Swisstopo-Software geplant und mir alle Pässe und Uebergänge zusätzlich übers Internet GoogleBilder und Google Earth angeschaut. Wir sind noch keinen Teil der Route gegangen, haben uns aber ausführlich im Internet informiert.  


Fazit Packen


Die Kunst dabei ist, alles so zu organisieren, dass man es sofort findet, dass man in einer Tasche alles hat, was man für die Nacht benötigt und in der anderen alles fürs Pferd, dabei müssen die beiden Taschen jeweils gleich schwer sein und es darf nur das Nötigste mitkommen, um das Gewicht bei max. 5kg (Gesamtgewicht Gepäck 24 kg) zu halten. 










Ausrüstung am Pferd:


Wir verwenden Kunststoffbeschläge (Duplos), weil die sich für uns als optimal erwiesen haben und weil die Pferde damit sicher und gerne gehen. Die Nachteile werden durch die Vorteile bei weitem aufgewogen und wir sind nur dank diesen Beschlägen in der Lage Felsplatten problemlos zu queren oder steile Felsaufstiege zu meistern.




Zusätzlich haben wir schnittfeste hohe Gamaschen für die Hinterläufe dabei, die wir anziehen, sollten wir in tiefen Schnee geraten, oder wenn wir heftiges scharfkantiges Geröll antreffen. Wir vermeiden den Einsatz von Gamaschen, wo es geht und nehmen kleine Kratzer und Schnitte dafür in Kauf, denn die heilen schnell und besser als eine aufgeschürfte Fessel, weil Sand oder kleine Steine in die Gamaschen geraten sind. Wir haben für Pat einen neuen Sattel (Rieser) anfertigen lassen und sind sehr zufrieden damit. Die Pferde werden mit Knotenhalfter geritten, da die Pferde sich damit gut kontrollieren lassen und sie jederzeit fressen bzw. damit geführt bzw. angebunden werden können. Als Pad verwende ich eine einfache Wolldecke, darüber ein Konstrukt aus Schaumstoff und gefalteter Flauschdecke in einem mit Leder eingefassten Navajo-Pad. Die Flauschdecke kann ich als Zudecke verwenden, aber auch als Abschwitzdecke oder Kälteschutz fürs Pferd. 

 




Pferde:  Flash und Pahlavan, (7 jährig Dillboss) die in diesem Frühjahr und Frühsommer bereits 8 mehrtägige Touren a 120 bis 300 km absolviert (eine Tour mit über 120 LKM/tag) und die meisten Touren fanden im Gebirge bzw. im Schwarzwald statt. Flash,  (18 Jahre) hat seine Grundkondition gut erhalten und diese sogar noch weiter aufgebaut. Pahlavan hat ebenfalls Muskeln zugelegt und kommt jetzt problemlos mit den Tempi und der Distanz mit. Flash und Pach sind western ausgebildet und geritten und sind inzwischen erfahrene Wanderreitpferde, die wörtlich aufs Wort gehorchen können, wenn es notwendig ist. (obgleich auch dies manchmal vom Pferd entschieden wird.) Wir sind mit Flash seit 5 Jahren im Gebirge unterwegs und Pach ist als Dillboss von seinen Genen her ein Gebirgspferd, mit unglaublicher Trittsicherheit. Die Pferde werden abends, wenn möglich im Freien grasen (wir haben einen Weidezaun dabei) und erhalten, wo immer es geht Heu und Kraftfutter, welches wir unterwegs organisieren müssen. 

 

 

Der Gefährte.  Wir haben den Dritten im Bunde. Stefan Streit aus Tirol wird uns mit seinem Haflinger Jimmy begleiten. Stefan ist ein alter Freund, der mit uns schon einige Gebirgstouren gemacht hat, dessen einziges Manko sein Pferd ist, Jimmy, der uns schon zweimal etwas Probleme gemacht hat. Nicht immer ganz allein, aber immer vorne dabei. Jimmy ist nämlich auf zwei unterschiedlichen Touren an zwei verschiedenen Orten, aber am gleichen See, ausgebüxt und hat jeweils die anderen Pferde mitgenommen. So nach einem 40 km Tag nochmals schnell in 3 Stunden 40 km weiter. Soweit zu Pferden die nicht ausgelastet sind nach 40 km. So zumindest meine Sicht der Dinge, ich kann mir vorstellen, dass Stefan da noch was dazu zu sagen hätte. Aber was solls, Jimmy hat sich jetzt ans Angebunden sein gewöhnt, und wenn nicht, bekommt er eine 35 kg schwere Kuhglocke verpasst. 

 

20.8.09  


Der Donnerstag war noch etwas hektisch.  Der Flachmann für meine Schwedentropfen und die bestellten Ersatzteile für den Hänger kommen erst mit der 12 Uhr Lieferung. Aber es klappt noch die kleine Reparatur durchzuführen und um 13 Uhr sind unsere beiden Weissen und wir unterwegs zum grossen Abenteuer. Die Familie Good in Mels empfängt uns mit offenen Armen. Stefan ist schon seit wenigen Minuten da und wir bringen die Pferde auf die Weide und geniessen die kühle Abendluft in der Pergola. Die Pat hat zur Feier des Tages einen Sekt mitgebracht und dazu gibt es Birnen und Käse und nachdem die Kühe gemolken sind, setzen wir uns mit der Fam. Good zum Abendtisch. Wir versorgen die Pferde nochmal und bereiten unser Nachtlager kurz vor dem Einnachten auf der Wiese bei den Pferden. Es war drückend heiss heute und auch um 22 Uhr ist es noch zu heiss unter dem Schlafsack. Bald funkelt der Sternenhimmel über uns und während ich bereits am Eindösen bin, bimmelt das Telefon und Marianne unsere übernächste Gastgeberin meldet sich, alles sei geregelt. Ich bedanke mich und schlafe sofort wieder ein. 


21.8.09  

Heute beginnt die Tour. Um 6 Uhr füttern wir die Pferde und misten die Weide. Das Frühstück ist schon gerichtet, als wir fertig sind. Herrlich duftet der Kaffee und der hauseigene Alpkäse schmeckt ausgezeichnet. Um kurz vor 8 sind wir so weit. Noch ein Gruppenfoto mit unseren Gastgebern und wir brechen auf. Die Teerstrasse nimmt uns nach Weisstannen und später biegen wir in die Via Alpina, einem Weitwanderweg, der uns bis an Genfersee begleiten wird. Hier können die Pferde endlich durchatmen und im flotten Trab geht’s den Berg hinauf. Wir kommen zur Alpkäserei, kaufen dort den Käse ein, der uns unten im Tal so gut geschmeckt hat und reiten weiter hinauf bis der Weg dann so steil und schmal wird, dass wir absteigen und führen. Wir überholen zwei Wanderer und Pat zieht die Kolonne in bewährter Skilift Manier den Berg hinauf. Der Weg ist schmal und wir durchqueren immer wieder kleine Bäche im schwarzen Schiefergeröll. Flash schwitzt ungewöhnlich heftig und weigert sich immer mal wieder weiterzugehen. Ich mache gezwungener massen den Schluss. Irgendwas ist faul …. Keine Ahnung was los ist. An einem kleinen Wasserfall machen wir Pause und kühlen Flash, Puls und Atmung sind normal, dennoch dauert es eine Weile bis er wieder zu grasen beginnt und weitergehen will. Da höre ich Stefan. Sein Zaumzeugs ist weg. Er hat es unten noch gehabt und ans Horn gehängt. Soll er zurück ? Kaufen wir ein neues im nächsten Tal ? Noch bevor wir eine Entscheidung getroffen haben, kommen die beiden Wanderer und…….  Ja, der hintere der beiden trägt das Gebiss, dass er unterwegs gefunden hat. Problem gelöst. Auch Flash ist wieder trocken und wir gehen weiter. An der letzten Alm vorbei geht es hinauf auf den Foopass. An einem der Bäche hole ich mir einen Satz nasser Füsse, (mit meinen Boots wäre das nicht passiert) und ich wechsle die Schuhe und Socken. Der Pass zieht sich nochmals 4 km bis wir dann endlich die Krete überschreiten. Es ist angenehm kühl hier oben und unter uns sehen wir Elm. Jetzt sind es nur noch etwa 8 km bis wir an unserer Station ankommen. Der Weg hinunter ist gut zu machen, nur das letzte Stück auf dem dampfenden Teer im Sonnenschein hat saunaähnlichen Charakter. Wir treffen auf Frau Marti, unsere Gastgeberin für die Nacht und schon bald sitzen wir gemütlich zusammen unter dem Baldachin der wunderschönen Gartenterrasse und geniessen Kaffee und selbstgemachten Kuchen. Flash geht es wieder gut, er hat an dem Bachlauf in dem ich baden ging, ein paar Kratzer geholt, aber nicht weiter schlimm. Nur Pahlavan hat jetzt ein Problem. Satteldruck. Wir müssen uns für morgen was einfallen lassen.



 

22.8.09 Samstag Elm - Linthal  

Wir kaufen beim Bruder unseres Gastgebers ein Schaffell und entscheiden, dass wir morgen die 30 km zu Fuss gehen werden, um die Scheuerstelle an Pah`s Flanke zu schonen. In der Früh kommt Flash nicht wie gewöhnlich angetrabt, um gesattelt zu werden. Er steht auf der Weide und wartet bis ich ihn hole. Seine Kratzer haben inzwischen eine Kruste. Komisch ist nur sein Verhalten. Wir satteln auf und marschieren das Dorf hinauf. Das Schaffell deckt die Scheuerstelle ab und tut somit seinen Job. Offensichtlich habe ich bei der Planung der Route für heute einen Fehler gemacht, denn statt auf den Richetlipass gehen wir dem Panixer entgegen. Wir kehren um, und sind 20min später wieder auf dem richtigen Weg. Wir verlassen die Via Alpina und nehmen den Viehweg zum Richetipass. Leider klart es nicht auf und wir gehen im leichten Nieselregen den Weg in immer höher hinauf. Inzwischen ist nicht klar, ob wir von aussen oder von innen nasser werden und der Weg hinauf ist steil und anstrengend. Die Pferde laufen ihren gewohnten Schritt und wir lassen uns am Schweif hinaufziehen. Oben kurz vor dem Pass ist eine Sennerei mit Rindermast. Wir binden die Pferde an und geniessen den Kaffee in der geheizten Sennerei. Der Wirt warnt uns vor dem Abstieg, er sei steil und nur mit Vorsicht zu geniessen. Er sollte Recht haben. Der Abstieg war die ersten 200 m sehr steil auf Grasnarbe, so dass die Pferde immer wieder ausrutschten und auch später war der Weg immer mal wieder Adrealinschubig. Passagen, an denen wir die Pferde auf schmalem Pfad auf einem Grat an senkrecht abfallenden Felswänden vorbeiführen, oder Stellen an denen die Pferde auf engste m Raum über Schieferplatten hinunterrutschen mussten, um nur 50 cm vor dem Abgrund dann den Pfad wieder zu treffen und auf ihm weiterzugehen. Flash geht ohne Probleme und ist fast übermotiviert. Wir waren nass, nicht nur vom Regen, nach einer halben Stunde besserte sich die Situation, und der Weg wurde einfacher und wir gelangten nach einem langen anstrengenden Abstieg ins Tal nach Linthal, wo wir von der Fam. Christen herzlich willkommen geheissen wurden. Die Pferde und wir wurden perfekt umsorgt. Die ganzen nassen Klamotten kamen in die Waschmaschine und wir genossen die heisse Dusche. Für Pah und Flash bauen wir einen Paddock auf der Weide oberhalb des Hauses. Jimmy wird an einem Hochseil in der Nähe der anderen angebunden. Anfangs zappelt er noch rum, aber nach einer kurzen Zeit beruhigt er sich und wir gehen schlafen. 



 

25.8.09  

Gestern hatten wir einen ungeplanten Pausentag. Pats Knie hat Schmerzen bereitet und Pahlavan mussten wir die Packtaschen tauschen. Also nach Hause fahren, Pat beim Sporttherapeuten vorbeibringen, 90 Minuten warten bis der Bescheid, nur Zerrung kein Riss am Innenband des Knies, und damit: Ja wir können weitermachen. Pahs alten Sattel holen, das Ortlieb-Gepäck und dann zurück nach Attinghausen.  Heute sind wir gut losgekommen, es war drückend schwül aber der Aufstieg zum Surenen Pass, teils auf Schotterstrasse, teils auf dem Via Alpina ging gut voran. Oben bei der Waldnachter Alp machte uns die Älplerin einen guten Kaffee, während ich Pahs Hirschfell ergänzte, so dass beide Scheuerstellen abgedeckt wurden. Dermassen gestärkt ging es dann die restlichen 900 hm den Pass hinauf und oben wurden wir mit fantastischer Fernsicht belohnt. Die Pferde gehen inzwischen ein stetiges Tempo und Flash und Pah versuchen sich immer wieder als fährtenlesender Gruppenführer, indem sie am langen Führzügel den Weg hinauf gehen, wären das Personal sich hochziehen lässt. Wir machen knapp unterhalb des Passes Pause und geniessen unser Mittagessen, während die Pferde ruhig grasen. Der Weg hinunter ist angenehm flach, so dass wir gut vorankommen und die Knieprobleme sich in Grenzen halten. Auf der Blacken Alm werden wir von Jungrindern verfolgt, was Jimmy gar nicht lustig findet. Pah jedoch lernt, dass die Kühe weichen, wenn man auf sie los geht. Ein Rind springt über den Stacheldraht, dieser reisst und die Kuh verschwindet offensichtlich unverletzt im hohen Gras. Wir gehen das Tal hinunter, es fängt an zu regnen und giesst dann vollends in Ströhmen, als wir in Engelberg auf der Wiese neben einem Viehstall unterstehen. Der Bauer erlaubt uns dann später die Pferde im Stall unterzubringen und besorgt uns noch 2 Ballen Heu. Im Nebenraum gibt es sogar einen Tisch, so dass wir unser eilig eingekauftes Abendessen zu uns nehmen können.




 

 

23.8.09 Linthal Attinghausen  

Noch ist es bewölkt, aber die Nebelschwaden haben sich gelichtet und der Berggipfel hinter dem Haus erglüht im Sonnenlicht. Die Pferde werden in die Garage gebracht, wo sie Heu und Kraftfutter und Wasser kriegen. Die Sachen sind herrlich trocken und riechen gut. Schon angenehm so ein Stück Zivilisation. Nach einem reichhaltigen Frühstück satteln wir auf und machen uns auf den Weg zurück ins Dorf, um die Strasse hinauf auf den Klausenpass in Angriff zu nehmen. Noch ist Pats Knie nicht astrein und deshalb wollen wir möglichst viel Weg für die Pferde bequem unter die Hufe bekommen. Unterwegs kommen uns Maseratis, Lotus und co entgegen und ober auf dem Urnerboden machen wir dann am Bach Rast. Im Trab geht’s Richtung Passhöhe und nach dem Pass nehmen wir die Via Alpina und den Höhenweg wieder unter die Füsse. Unter uns erstreckt sich das nebelverhangene Tal, über uns leuchten die Gletscher und unser Weg ist eingerahmt von goldfarben schimmernden Berggipfeln. An noch sattgrünen Alpen vorbei nimmt uns der Höhenweg Richtung Vierwaldstättersee und Altdorf.  Pat beklagt sich über Schmerzen im Knie und wir entscheiden, die geplante Route zu verlassen und ins Tal zur Klausenstrasse abzusteigen. Nach einem kühlen Panache (Radler)  im Naturfreundehaus nimmt Pat die Seilbahn ins Tal während wir die Pferde hinunterführen. Unten an der Passstrasse nimmt ein freundlicher Schweizer die Pat noch ein Stück die Strasse runter mit.  Ich rufe den Noldi an, unseren nächsten Gastgeber und bitte ihn ein Taxi hochzuschicken. Er erklärt selbst zu kommen und Pat wird abgeholt, während wir die letzten KM bis Attinghausen zurücklegen. 

 



26.8.09  

In der Früh erzählt uns Stefan dass Flash sich losgerissen hätte und die ganze Nacht im Stall rumgewandert sei. Der Bauer ist schon da, und erstaunt, dass unsere Pferde schon fast den ganzen Grasberg weggefressen hatten.  Das Wetter hat sich stark gebessert und das Tal erstreckt sich wunderschön unter uns, als wir hinauf reiten zum Jochpass. Hinter uns klettert der Nebel das Tal hinauf und als wir oben ankommen, werden wir gebeten die Mountainbike Route zu nehmen. Diese ist jedoch so steil, dass wir es kaum schaffen. Wir schicken Flash voraus und lassen uns hochziehen, die beiden anderen hintendrein. Oben treffen wir auf eine Familie, die unten in der Engstleren Alp arbeitet und die Kinder sitzen auf unseren Pferden, während diese grasen. Der Abstieg über den Hasliberg und Reute zieht sich und unten im Tal müssen wir ein Stück dem Fluss entlang zum Hof, des Revierförster Kurt Zumbrunn. 



 

27.8.09 Meiringen Lautenbrunnen  

Der Aufstieg zur grossen Scheidegg ist unspektakulär und gemütlich. Wir klopfen die Teerstrasse hinauf zum Pass in Begleitung von Völkerwanderen und geniessen die Aussicht unterhalb des Gipfelrestaurants. Vor uns der Eiger, im Hintergrund blitzt die Jungfrau hinüber. Wir führen die Pferde nach Grindelwald hinunter und nehmen den Weg entlang der schwarzen Lütschine hinunter nach Zweilütschinen und hinauf nach Lauterbrunnen. Am Campingplatz Jungfrau werden wir von Hans und Therese begrüsst. Die Pferde kommen auf eine eingezäunte Koppel und wir sitzen nach dem Abendessen mit Therese und ihrem Freund noch lange zusammen und tauschen Stories aus. 

 



28.8.09 Freitag Lautenbrunnen Griesalp  

Flash hat hinten rechts angegeben, wie wir die letzten Meter ins Tal hinunterführten. Beim Traben ging er klar, auch bergauf. Heute morgen ist sein Sprunggelenk warm, aber er lahmt nicht. Vermutlich ein Einschuss. Die Wirkung von Pats Kügelchen ist phänomenal. Wir traben der weissen Lütschine entlang nach Stechelberg. Das Wetter ist super und die Kulisse eindrucksvoll. Nach Stachelberg nehmen wir die Fahrstrasse den Berg hinauf und queren den Wald ins Sefinental. Im Tal selbst führt ein breiter Weg durch Föhrenwälder hinauf bis zum Kegel am Ende des Tals. Ab hier führt der Wanderweg steil den Berg hinauf. Pah an der Spitze führen wir hinauf, auch Jimmy kann inzwischen mit zwei Stricken links und rechts auf dem Weg gehalten werden. Oben auf der ersten Höhe machen wir Mittag und lassen die Pferde grasen. Steil führt der Weg auf gut ausgebautem Pfad zur Rothornhütte hinauf. Der Hüttenwirt meint, dass der Abstieg von der Furke für die Pferde nicht machbar sein wird. Wir probieren es trotzdem und führen die Pferde den Steig hinauf. Oben kurz vor dem Pass wird es richtig steil und der Pfad windet sich in engen Zickzackkurven den Berg hinauf. Jimmy rutscht ab und gelangt nur mit Mühe wieder auf den Pfad. Geschafft wir sind oben, und es ist so wie der Hüttenwirt gemeint hat. Auf der anderen Seite führt eine Treppe mit engen Stufen etwa 300 hm den Berg hinab. Zu riskant. Wir kehren um und gehen zur Hütte zurück. Die Pferde werden eingezäunt und müssen sich mit dem bereits abgeweideten Gras zufriedengeben. Zum Glück haben wir noch Kraftfutter dabei, so dass sie auf jeden Fall genug haben werden. Der Helikopter der Lebensmittel zur Hütte bringt, wird von den Pferden zwar kritisch beäugt, aber an sonsten kümmert es diese wenig. Die Wirtin erklärt uns den alternativen Weg, den wir morgen nehmen können, um nicht ganz ins Tal absteigen zu müssen. 

 



Samstag, 29.8.09  

Stefan`s Haflinger hat Gurtdruck. Stefan entscheidet abzubrechen und verabschiedet sich. Er wird nach Lauterbrunnen zurückkehren und sich von dort abholen lassen.  Die Hüttenwartin hat mir gestern Abend die gewählte Alternativroute erklärt und wir starten von der Rotstockhütte über die Lobhornhütte zum Tschingel und von dort hinunter nach Saxelen. Flash hat zwar seinen Einschuss innerhalb von einen halben Tag dank den Globoli von Pat überwunden, aber heute früh hat er einen kleinen Gurtdruck. Ich behandle die Stelle mit meiner grünen Gallencreme und falte das Hasenfell so, dass die Stelle entlastet wird. Normalerweise sollte dies in ein oder zwei Tagen damit erledigt sein.  

Dichter Nebel hüllt uns ein, als wir in um 8.30 die Pferde in verschiedene Richtungen führen. Lange hören wir Jimmy noch wiehern. Der Nebel bleibt beständig und wir haben diverse Törchen zu öffnen und wieder zu schliessen auf dem Weg. Wir kommen in der Nebelsuppe am Restaurant Nebelsuppe vorbei und geniessen einen Punsch und einen Kaffee. Bald passieren wir die Stelle, wo ein paar Tage zuvor 28 Kühe zu Tode gestürzt sind.  Es ist nicht nachvollziehbar was da passiert ist. Schweigend gehen wir an der Stelle vorbei. Der Weg ist gut machbar und Pat steigt auf Pahlavan und lässt sich tragen, um ihr Knie zu schonen. Das Pferd ist eine Lebensversicherung hier im Berg. Wir kommen endlich zur Lobhornhütte und kommen am Sulgensee vorbei. Der Nebel lichtet sich für ein paar Minuten und wir geniessen die Landschaft. Der Tschinggel ist ein Talkessel, den wir oberhalb der senkrecht abfallenden Felswände traversieren. Oben auf der Passhöhe sehen wir Saxelen und entscheiden hinunterzugehen, da wir dort am ehesten Kraftfutter und Heu für die Pferde bekommen. 

 



Sonntag, 30.8.09  

Strahlend blauer Himmel über Saxeten, als wir in der Frühe die Pferde füttern und Pah hinten links neu beschlagen. Im Hotel Alpenrose gibt’s Frühstück und wir geniessen den frischen Kaffee und das gute Brot. Wir reiten die Strasse wieder hoch, die wir gestern runtergekommen sind und gelangen bald auf den Wanderweg zum Ringgeli Pass. Unter uns glänzt der Thunersee und die Berge spiegeln sich darin. Oben kommen uns eine Shettystute mit Fohlen entgegen und die Leute auf der Alm kennen die Hüttenwartin der Rotstockhütte. Uns wird ein Kaffee angeboten. Wir lehnen dankend ab. Der Abstieg von der Alm ist heftig, steil und eng. Wir machen in Sulgen Mittag und erreichen auf dem Wanderweg Raichenbach. Wir traben der Kander entlang nach Kandersteg und die Pferde freuen sich mal wieder laufen zu dürfen. Der Kiesweg ist super zum Traben und wir geniessen den Ritt. Bald ist Kandersteg erreicht und wir bekommen einen tollen Stall für die Pferde in der Nähe des Pfadizentrums. 

 



31.8.09 Montag  

Wir kochen unseren Kaffee auf Stefans Stöffchen und füttern die Pferde mit der Weizenkleie vom Vortag und dem Milchkuhkraftfutter, dass uns der Bauer zur Verfügung stellt. Die Pferde sind sogar gelegen, diese Nacht, der Pferdemist ist überall sichtbar. Wir satteln auf und nehmen den Weg zur Bunderspitz unter die Füsse. Der Wanderweg ist steil und es sind vier Törchen zu öffnen und wieder zuzubauen.  Wir entscheiden die Strasse zu nehmen und kommen von da an, gut voran.  Die Hitze drückt schon und wir sind froh an Höhe zu gewinnen. Oben im Tal bekommen wir auf einer Alm ein zweites Frühstück und Getränke. Ich nehme mein Werkzeug aus meiner Hosentasche und stelle fest, dass ich mein Etui unterwegs liegen gelassen habe. Rätraten und dann, ja die Sennerin fährt mich nochmals runter, damit ich unten bei den Törchen nochmals schauen kann. 60 Minuten später komme ich mit dem Etui wieder zurück und wir verabschieden uns und reiten weiter den Schotterweg entlang hinauf. Oben ist ein Eisentor, dass gerade von einem PKW Fahrer geöffnet wird, wird traben hoch, um gleich nach ihm durchs Tor zu kommen. Er aber will wissen, wo wir hinwollen und erst als ich im versichere, dass unsere Pferde auf schmalen Wegen gut vorankommen, lässt er uns passieren. Die Pferde ziehen uns den Weg hinauf , der immer steiler und enger wird. Die letzten 300 Höhenmeter des Passes sind sehr steil und es bedarf aller unserer Konsentration und Kraft die Pferde da hinaufzuführen. Die letzten Meter, des Passes führen rechts an einer Felswand vorbei, die mit Seilen gesichert ist. Die Satteltaschen schrammen am Fels entlang und unser Adrealinspiegel steigt etwas. Endlich sind wir oben und ein Holländisches Ehepaar macht Fotos von den letzten Metern unseres Aufstieges. Geschafft. Der Abstieg hinunter nach Adelboden ist gemächlich, heute machen wir schon bald Rast, um den Pferden eine zusätzliche Pause zu gönnen. Sie haben sie nötig. 

 



1.9.  

Wir verabschieden uns von meinem Freund Andreas und reiten über Boden und Geilsbüel Richtung Lenk. Die Aussicht auf dem Hahnenmoospass ist wunderschön und wir geniessen die Aussicht vom Restaurant im Bühlberg. Die Strecke heute ist nur kurz, wir müssen den Pferden eine Pause gönnen, vor dem anstrengenden nächsten Tag. Wir übernachten auf einer verlassenen Alm.



 

2.9.09 Lenk – Exerguillod  Heute brechen wir früh auf, denn wir haben über 70 km vor uns. Es geht von Lenk aus gleich hinauf auf den Trüttlisbergpass, auf dem Wanderweg laufen wir unverhofft in einen Treppenaufstieg hinein. Wir kehren um und nehmen den Viehtriebweg während sich das Wetter zum Besseren entwickelt. Es sind mal wieder jede Menge Törchen zu öffnen und zu schliessen und vor uns liegt das Tal mit Lauenen. Über eine Sumpfwiese gelangen wir hinunter ins Tal und werden auf dem Abstieg mal wieder von neugierigen Kühen verfolgt. In Lauenen machen wir Rast und nehmen kurz darauf den Chrine Pass in Angriff, der nur etwa 400 hm höher liegt. Unterwegs müssen wir durch eine stinkende Sumpfmulde und meine Hosen und Jacke leiden mal wieder. Ein schöner Wanderweg tut sich auf, und führt den Hang entlang, während sich über uns ein Gewitter zusammenbraut. Wir kommen nach Gsteig, wo es aus Kannen giesst, und nicht zu bessern verspricht. Wir entscheiden den Weg zu kürzen und direkt über den Col de Pillon Richtung Aigle zu reiten. Oben auf dem Pillon, werden wir nochmals richtig eingeweicht und tropfend gehen wir die Teerstrasse hinunter. Es ist inzwischen schon fast vier Uhr und wir haben noch 30 km vor uns und sind nicht gerade trocken.  Über den Fahrradweg kommen wir endlich von der Hauptstrasse weg und gelangen auf dem Höhenweg nach La Forclaz. Ich schlage vor, eine Unterkunft zu suchen, da wir es nicht mehr vor Einbruch der Dunkelheit nach Noville schaffen werden, aber Pat will weiter. Auf dem Weg nach Exergillod kommt uns ziemlich rasant ein PKW entgegen und Pat schafft es die ersten Fragen in Französisch zu beantworten. Das Auto gehört Sylvana, und sie lädt uns auf ihre Lama- und Ziegen Ranch ein. Wir nehmen dankend an und reiten die 1,5 km im Trab zurück. Die Pferde dürfen sich auf dem Gelände frei bewegen und wir geniessen ein vorzügliches Geissenkäse Fondue 

 



Donnerstag 3.09.09  Aigle  Ich bin durstig vom Fondue aufgestanden und schaue nach den Pferden. Sie haben den Vorplatz gut geräumt. Wir kriegen Hallo Wach Kaffee und essen Kekse, da wir das ganze Brot am Vorabend verputzt haben. Die Katze trinkt vom Wasserhahn und der schottische Collie leckt meine Zehen, bis sie heiss sind. Nach dem Frühstück machen wir uns und die Pferde fertig und führen sie die restlichen km bis Aigle in dank Sylvana frisch gewaschener Kleidung hinunter.  Dort steigen wir auf und traben der Rohne entlang zum Genfersee hinunter nach Noville, zur Manege de la Montagne, die eigentlich an der Grenze zu Villeneuve liegt. Um 11 Uhr sind die Pferde geduscht in der Box verräumt. Pach hat eine Lebenskrise, er will nicht ins Gefängnis zurück. Nach einer Weile beruhigt er sich und frisst sein Heu. Wir suchen nach dem Optiker, der Pats Brillenglas neu gefertigt hat und landen promt beim falschen in Villneuf. Der Optiker der das Glas hat, sitzt in Rennaz, auf der anderen Seite des Reitstalles. Gesucht gefunden, um vier Uhr Nachmittags hat Pat wieder freie Sicht auf die Welt. Da Pats Kammera den Geist aufgegeben hat, kaufen wir eine neue Kamera. Wir studieren die Karte, um den Weg für Morgen zu definieren, denn es soll den ganzen Tag regnen und schreiben den Blog, sortieren die Bilder und laden den Text in Internet. Abends gehen wir nochmals nach Villeneuf, um für 40 Franken zwei Döner und zwei Eis zu essen.  Die Kamera muss noch getestet werden, später legen wir uns auf dem Heuplatz schlafen. Wir haben 500 km und die Via Alpina geschafft. 




 

Freitag, 4.9.09  

Wir traben den Weg zurück nach Aigle und Monthey und legen die 25 km in 2,5 Stunden zurück.    Oberhalb von Monthey beginnt es das erste Mal zu regnen und die Schauer kehren jedesmal intensiver und schneller wieder, bis wir zum Schluss die Pferde in Schritt den Berg hinauf führen. Beide gehen in wunderschöner vorwärts abwärts Haltung hinter uns her, Flash versucht mich als Regenschirm zu nutzen. Nur Pach hat den Trick noch nicht raus. Es schüttet mal wieder aus Kübeln als wir endlich ein Gasthaus finden und die Wirtin organisiert uns einen Stall für die Pferde bei einem Bauern, etwas weiter unten im Tal. Wir gehen dorthin und werden freundlich empfangen. Die Pferde kriegen Stroh und Heu und wir können unsere Sachen zum trocknen aufhängen. Später als der Regen gerade mal nachlässt, gehen wir hinunter in den nächsten Ort ins Restaurant, dieses hat jedoch geschlossen. Ein englisches Ehepaar in einem Camper nimmt uns wieder hoch und wir geniessen einen Teller Nudel mit Schinken und Käse. Der Wirt erklärt, dass der Weg über den Pass d’Encel nicht machbar sei mit den Pferden und empfiehlt uns eine Alternativ Route, die uns auch nach Lac Salanfe bringen wird, jedoch doppelt so lange ist. 




Samstag 5.9.09  Grand Paradis Mex  Wir starten unseren Tag mit einem home made Kaffee und stellen fest, dass eine Tasse einfach nicht genug ist. Die Pferde sind zufrieden und kauen an ihrem Heu. Es hat nur etwa 5 Grad und wir sind froh, dass sie nicht die ganze Nacht draussen stehen mussten. Der Heuwagen auf dem wir schliefen, hat bei der Schlafsack Drehung geschaukelt, aber es war schön weich und kuschelig.  Wir nehmen den gestern geplanten und im GPS abgespeicherten Weg unter die Füsse und sind ein Stunde später an der Abzweigung, die uns nach Salanfe nehmen soll. Wir traben die Schotterpiste hinauf und geben den Pferden alle 30 Minuten eine Schrittpause. Es wird nicht wärmer, weil wir entweder im Wald oder im Schatten des Berges unterwegs sind. Pat zieht ihre Daunenjacke an und ich wähle meine Windjacke. Endlos zieht sich der Schotterweg den Berg hinauf, aber die Sonne ist für die längste Zeit auf der anderen Seite des Berges. Wir nehmen einige Abkürzungen und landen prompt wieder einige Zäune, die es zu öffnen und zu schliessen gilt. Nach zwei zweifelhaften Brücken nehmen wir den Wanderweg, der uns der Höhenlinie entlang nach Mex bringen soll. Nach 20 Minuten und einigen haarigen Bachquerungen kommt dann das aus. Hier geht’s definitive nicht weiter. Wir kehren um und nehmen den Serpentinenweg mit 500 hm in Angriff. Die Pferde erklären uns für Bescheuert, als wir kaum oben angekommen, kurz tränken und zwei Grashalme zupfen, die 500 hm wieder hinunter marschieren. Endlich ist Mex erreicht. Der Weg hinunter hatte mind. 25% Steigung. Keine Ahnung wie da wer hochkommt. Die Bäuerin, die ich anspreche, sagt ganz selbstverständlich, ja wir können die Pferde bei ihr in den Stall stellen und wir satteln ab. Bis Salanfe sind es laut Wegweiser noch 4 h und die wollen wir jetzt nicht mehr unter die Füsse nehmen.  Die Pferde vergnügen sich auf einer satten Wiese und wir richten unsere Schlafstätte im Heu im Gang des Stalles. Das ganze Dorf feiert den Geburtstag des Kantoniers (des Strassenmeisters), der den Schneeräum Dienst und die Wartung der Wege und Strassen besorgt. Deshalb ist das einzige Restaurant ab 18.00 Uhr geschlossen. Wir essen also schon um halb 5 ein weinlastiges Fondue und sitzen nun hier an der Mauer des Bauernhauses und geniessen die Aussicht auf den Mont Grand Combin und den Genfersee auf der anderen Seite, während der Weingeist in meinem Kopf Kreise dreht. 



Sonntag, 6.9.09  Les Maricotts  

Wir werden vom Nachbarn der Bäuerin zum Wein eingeladen und wir zeigen ihm Fotos und die geplante Route. Er meint die Pässe morgen seien kein Problem. Er gibt uns noch eine Führung zur Kopfstation der Lastenseilbahn, die allerdings ausser Betrieb ist. Unterhalb des Gebäudes geht es 500 m senkrecht nach unten. Er zeigt uns die Trasse der kleinen Eisenbahn mit der Erz aus dem Berg zur Lastenbahn gebracht wurde und führt uns durchs Dorf. Die Häuser stehen dicht an dicht und haben aussen eine Treppe zur Haustüre, damit im Winter der Schnee nicht direkt ins Haus getragen wird. Wir bringen die Pferde von der Weide hinein in den Kuhstall und geben ihnen Heu satt und Weizenkleie gemischt mit Haferflocken, das wir von dem Nachbarn erhielten. Wir schlafen schon um 21 Uhr und wachen in der Früh verspätet auf. Wir satteln die Pferde und stellen sie nochmals auf die Weide während wir unser Frühstück bei der Bäuerin einnehmen. Wir reiten den Pass hinauf bis zum Ende der Fahrstrasse und führen von dort aus die Pferde hinauf zum Col de Joral in 2212 müM. Die letzten Meter zum Pass sind steil aber der Weg ist breit und gut zu gehen. Beim Abstieg vom Pass kreuzt ein Rudel Gämsen unseren Weg.  In der Berghütte am Lac Salanfre, trinken wir was, während die Pferde grasen und gehen den zweiten Pass mit weiteren 400 hm an. Was anfangs als leicht zu machen aussah, entpuppt sich zusehends als anstrengend. Der Emaney hat es in sich. Statt wie gewohnt in Serpentinen geht der Weg hier zum grössten Teil dem Bachlauf folgend senkrecht den Berg hinauf. Irgendwie haben das Fondue gestern Abend und die Getränke heute nicht die nötige Energie geliefert, auf jeden Fall bin ich ganz schön schlapp, als wir zwei Drittel des Anstieges geschafft haben. Ein gutes Stück unterhalb des Passes gibt es eine Felsengruppe, die eine echte Herausforderung für die Pferde darstellt. Wir müssen immer wieder nach Steigmöglichkeiten suchen, um die Pferde heil nach oben zu bringen. Oben auf dem Pass sehen wir die ganze Kette vom Mont Colombe bis zum Mont Blanc hinüber. Wir steigen ein paar Meter ab und machen Mittagsrast, mir ist jedoch irgendwie nicht wohl dabei. Bald gehen wir weiter ins Tal Emaney hinunter und beraten, ob wir wirklich noch den dritten Pass machen wollen. Wir entscheiden dagegen, da ich nicht auf der Höhe bin und weil auch die Pferde schon recht müde wirken. Wir folgen dem Bachlauf hinunter und kommen zu dem Örtchen Emaney und treffen dort auf zwei Britten, die ebenfalls schon in vielen Ländern unter anderem in Bulgarien am Wandern waren. Später begleitet uns eine Frau aus Zürich ein Stück den Weg hinunter und wir gelangen nach 2 h endlich zum Abzweiger nach Finhaut. Ich entscheide mich für den unteren Weg und wir gelangen nach Les Trettien. Dort ist wieder Finhaut angeschrieben und wir folgen dem Weg nur um nach 2 km an einer Engstelle auf einen Bagger zu stossen, an dem kein Vorbeikommen ist. Wir kehren nach Les Trettien zurück. Das Dorf ist winzig und klebt an der Bergflanke, so dass wir uns keine Weideflächen für unsere Pferde ausrechnen können.   Ein Bewohner erklärt uns, dass wir den Zug nehmen können, um nach Finhaut zu kommen, oder wir müssten nochmals 5 km zurück nach Les Maricottes, da es dort das einzige Hotel und auch einen Bauernhof gäbe. Also weiter zurück in die falsche Richtung und endlich um 7 Uhr abends treffen wir vor dem Hotel auf zwei Amerikaner, die ganz begeistert alles für uns arrangieren wollen. Leider sind die Reaktionen der Wirtin und des Bauern nicht gerade berauschend, aber zu guter Letzt erhalten wir eine Weide und ein teures winziges Abendessen. Da wir draussen auf der Weide bei den Pferden schlafen, erhalten wir auch kein Frühstück. Alles ist klamm, als wir in der Vollmondnacht in den Schlafsack steigen. Die Pferde stehen bei Strassenbeleuchtung auf Ihrer eingezäunten Weide. 

 



Montag, 7.9.09  Champex  

Der Morgenkaffe braucht heute drei Tabletten, um heiss zu werden, aber nachdem der Zaun verräumt, Pachs Zügel repariert und Flashes Hinterhufe neu beschlagen sind, bekommen wir von den Nachbarn, die uns beim Arbeiten zugeschaut haben, nochmals 6 Tassen Kaffee angeboten. Wir klettern übers Bahngleis durch den Föhrenwald im Zickzack zur Abzweigung hoch, wo wir gestern entschieden haben, den unteren Weg zu nehmen. Es sind nur 300 Höhenmeter bevor wir wieder auf dem Weg nach Finhaut sind. Dieser führt über trockenes Gelände im Wald so ziemlich der Höhenlinie entlang und endet an satten Wiesen bei einem Pistolenschiessstand oberhalb von Finhaut. Wir nehmen die Strasse nach Trient und reiten nach Trient hinein. Das Restaurant und einziger Laden im Ort sind geöffnet, der Laden jedoch bis 19 Uhr geschlossen.  An der Theke frage ich nach der Möglichkeit im Ort Hafer zu kaufen, die gestresste Serviertochter schaut mich nur mit grossen Augen an. Ein Gast dreht sich um, steht auf und winkt mir zu folgen. Er führt mich in den Keller des Gebäudes und sagt, er habe Maultiere und könne mir von seinem Hafer abgeben. Unten füllt er von einem Sack in einen noch zum Teil gefüllten ab und drückt mir diesen in die Hand. Geld will er nicht, aber zurück zu seinem Mittagessen. In 30 Minuten müsse er weiterfahren erklärt er, während er die Stufen wieder hinauf eilt. Im Dörfchen machen wir Pause und die Kinder der Schule freuen sich, die beiden Schimmel streicheln zu dürfen. Den Forclaz Pass erreichen wir über die Zufahrtsttrasse und haben dort eine gigantische Aussicht das ganze Rohnetal hinauf. Wir nehmen den Wanderweg über die Alp Bovine und die Pferde ziehen uns über felsigen Weg hinauf zur Höhe. Es sind fast 1000 hm ehe wir oben ankommen und die Alp vor uns sehen. Unter uns grasen friedlich schwarze Stierkampf Kühe und hinter der nächsten Bergkette grüsst der Colombe herüber. Auf dem Weg hinauf hat sich Flash den rechten Vorderlauf heftig angeschlagen, so dass wir ihn verarzten müssen. Wanderer denen wir unterwegs begegnen, erklären, dass der Weg hinunter sehr schwierig sei und ich frage auf der Alp nochmals nach. Sie meint jedoch, dass erst kürzlich Pferde von dieser Seite hochgekommen seien. Wir sehen das gesamte Rohnetal vom Genfersee bis weit hinauf zum Pass und unter uns liegt Martigny.  Der Abstieg ist anfangs nicht problematisch, aber sobald wir nach La Jure kommen wird der Weg felsig und steil. Hier müssen beide Pferde wirklich klettern und einige Passagen sind recht schwierig. Aber beide schlagen sich sehr gut, Flash in seiner Draufgängermanier mit ein paar Schrammen mehr, Pach dagegen ohne einen einzigen Kratzer. Wir kommen ins Tal und der Weg führt uns zur Hauptstasse nach Champex, wo wir in einem Gite freundlich empfangen werden. Die Pferde können auf eine Koppel, auf der sonst Esel stehen und wir verarzten die Wunde noch einmal. Das Abendessen ist reichlich und gut, und auch die Pferde bekommen ihre Ration ab. 

 



8.9.09  Grand San Bernadino  

Wir hatten geduscht und gut geschlafen in der Gites in Champex en bas und um 6.15 gabs bereits Frühstück. Entsprechend früh waren wir unterwegs, obwohl Flashes Wunde noch behandelt werde musste. Der Weg nach La Fouly war noch 15 km und wir trabten den längsten Teil davon die Strasse hinauf. In Forclaz hielten wir die ersten Leute an, die wir trafen und fragten nach Kraftfutter. Sie führten uns über die Strasse in ein Bistro, deren Besitzerin selber Pferde hat. Wir bekamen Kraftfutter so viel wir wollten und Pat war beruhigt. Der Weg führte das Tal hinauf, rechts von uns gletscherbehängte Berggipfel und links grüne Hänge bis zum Horizont. Bald führte nur noch ein Wanderweg weiter und wir schlängelten uns über grasige felsdurchsetzte Pfade am Berg immer höher. Oben wurde der Weg felsiger und ein paar Dutzend Meter mussten wir klettern. Flash ging voran und Pat folgte mir, ohne Pach, der selenruhig weiter graste. Auch als Pat ihn rief, um zu Filmen, wie er über die Felsen nach oben kommt, bleibt er ruhig stehen und würdigt sie keines Blickes. Oben sind wunderschöne Seeen und wir klettern an ihnen vorbei, hinauf zum Pass Fenetre du Ferret. Wir sind in Italien. Der Abstieg hinunter zur Passstrasse ist unspektakulär, die bizzaren Felsformationen hingegen laden zum Fotografieren ein. Die letzten Meter hinunter zur Passstrasse des grossen St. Bernhards wurden wir noch kurzfristig gezwungen einem Bachlauf zu folgen. Wir ritten die Strasse hinauf zum Pass und alle grüssten uns begeistert. Oben wurden wir fachmännischerseits darauf aufmerksam gemacht, dass unsere Beschläge erneuerungsbedürftig seien, aber er wollte die Arbeit dann doch nicht machen. Wir führten die Pferde die Passstrasse hinunter und erreichten bald Bourg St. Bernhard wo die Bergstrasse ins Tunnel überführt. Wir nehmen den Wanderweg, um nicht 6 km Tunnel machen zu müssen und stehen vor einem Tor, dass für Fussgänger zwar passierbar, gegen Pferde aber mit einer Kette gesichert ist. Wir folgende dem wild tosenden Bachlauf Richtung Stausee und queren ihn in einem kleinen Tobel. Pach entscheidet sich dafür, dem Hafer entgegenzutraben, und deshalb geht es flott dahin. Wir kommen nach Bourg St.Pierre und fragen die ersten Leute, die wir treffen, ob sie uns weiterhelfen könnten. Ein Junge wird organisiert, um uns zu einem Bauern zu bringen, jedoch ist dieser nicht da. Die Nachbarin spricht jedoch Englisch und sie empfiehlt uns weiter hinunterzureiten, zum Hotel Biwack, dass von ihrer Schwester geleitet würde, die würde uns auf jeden Fall weiterhelfen. Wir kommen dort an und die Frau erklärt, dass die ganzen Weiden links und rechts des Weges ihr gehörten, und wir die Pferde auf zäunen dürften, wo wir wollen. Vorzugsweise oben an der Kapelle. Mit Ihrem Mann gehe ich Heu holen und bald sind die Pferde versorgt und ein Schlafplatz ist hergerichtet. Wir gehen hinunter ins Hotel um Abend zu essen und erhalten für 17 Franken ein vorzügliches Mahl, von dem wir wirklich satt aufstehen. Wir versuchen noch die Internetseite upz daten, aber der Kellner möchte Feierabend machen, so dass ich den Internetanschluss nicht länger nutzen kann. 

 



Mittwoch, 9.9.09  Verbier  Um 6.15 sind wir unterwegs auf der Suche nach dem Bistro, dass angeblich um halb sieben aufmachen soll. Nach einigen Umwegen finden wir es und geniessen Crossants und Kaffee. Wir kehren zu den Pferden zurück und bauen den Zaun ab, stellen die Tränke wieder hinüber auf die Schafweide und nageln ein vorderes Hufeisen nach. Der Weg, an dem wir genächtigt haben,  ist der Wanderweg, den wir nehmen müssen und er führt uns über saftige Weiden hinauf Richtung Mille Pass. Unterwegs wasche ich mich nochmals und versuche mittels Feuchttüchern, das Müffeln zu überwinden. Wir klettern weiter hinauf und machen Rast als der Fahrweg zu Ende geht. Der schmale Pfad nimmt uns in 2000 m Höhe quer zum Hang hinauf zum Mille Pass und wir erreichen die Höhe um kurz nach 11 Uhr. Wir lassen die Pferde grasen und geniessen ein Toblerone, bevor wir zur zweiten Hütte Brunet aufbrechen. Der Herbst färbt das Gehölz schon in leuchtenden Farben, während wir durch ganze Hänge von Heidel- und Preisbeeren tappen. Auf und ab führt der Weg und an einer Stelle müssen wir einen schneebedeckten Gletscherbach traversieren, bevor wir dann die vorletzte Bergflanke umrundet und vor uns ein wunderschöner See im warmen Sonnenlicht glänzt. Da wir eh Pause machen müssen, um die Pferde fressen zu lassen, und hier einigermassen vernünftig Grass zur Verfügung stand, entschieden wir Mittag zu essen und ich nahm die Gelegenheit war, im See ein kühles Bad zu nehmen. Das Wasser war kalt, aber kristallklar und wunderbar erfrischend. Noch eine Stunde weiter zur Brune Hütte hiess es und mir wurde klar, dass es mit dem frühen Abend heute nichts werden würde. Endlich nach einigen Kletterpartien durch wildromantisches Gelände kamen wir oben an der Hütte an und fragten, nach den möglich Abstiegsvarianten und nach den weiterführenden Wegen. Auch dieser Hüttenwart erklärte kategorisch, dass es nicht möglich sei, die Route zu nehmen, die wir eigentlich geplant hatten. Zwei Hängebrücken waren seine Argumente, die nicht wirklich weg zu diskutieren waren. Also den normalen Schotterweg in seiner ganzen Länge mit allen Kehren geniessen und ins Tal absteigen. Aber schlussendlich doch nicht, denn wir fanden einen alten Weg, der zwar steil und manchmal etwas schwierig war, aber den Abstieg doch merklich beschleunigte. Auf dem letzten Stück gings nochmal richtig zur Sache, mit steil abfallenden Serpentinen und einigen Felsen, über die wir runterklettern mussten. Zuletzt eine etwa 3 m hoher auf die Strasse steil abfallende Böschung, vor der ich zögerte, nur um zu erleben, wie Flash einfach an mir vorbei ging und die Böschung hinunterrutschte, so quasi „ich zeigs dir mal wie man so was macht“ damit es vorwärts geht, denn ich habe Hunger. Unten angekommen stellen wir fest, dass der Beschlag von Pach nur noch an einem Nagel hängt und entfernen ihn. Pat bittet mich Ihren Hut mitzubringen, was dazu führt, dass ich vergesse mein Werkzeug wieder einzupacken. Wir marschieren den Schotterweg Richtung unteres Talende hinunter und kommen an einer Weide mit zwei Pferden vorbei. Eine Kehre weiter, wir haben gerade diskutiert, wem die Pferde wohl gehören, hält ein dunkler Subaru an und fragt uns nach dem woher und wohin. Wir erklären zuerst auf Französisch, dann auf English, den Herves ist Lehrer und spricht drei Sprachen, wobei Deutsch am wenigsten gern. Er ist der Besitzer des Welsh Cobmixes, den wir gesehen hatten und sein Traum wäre ein längerer Wanderritt. Er erbietet sich, uns auf seine Weide zu bringen und für unsere Übernachtung zu sorgen. Er fährt hinauf zu seiner Weide, während wir auf ihn warten und sattelt sein Pferd, um uns zu seiner Weide zu begleiten. Gemeinsam marschieren wir das Tal weiter hinab, und bald kommen wir an einen eingezäunten Berghang und weiteren Pferden. Er zeigt uns, wo die Pferde weiden können und wo wir schlafen könnten. Ein Tipi steht zuoberst auf der Weide mit Grillplatz und Bierversteck. Wir satteln ab und versorgen die Pferde. Während wir auf Herves warten, knüpft Pat den Strickhalfter von Flash neu, während ich am Blog schreibe. Herves holt uns und fährt uns zu sich nach Hause, wo Pat duschen kann und er Abendessen kocht und mit mir Kraftfutter und Heu für die Pferde besorgt. Nach einem sehr guten Risoto fährt er uns wieder hoch zur Weide, die Pferde werden nochmals mit Kraftfutter versorgt und wir beziehen das Tipi für die Nacht.




 

Donnerstag 10.9.09 Verbier  

Wir stehen wir gewohnt auf und versorgen die Pferde. Ich koche Kaffe auf dem kleinen Kocher und wärme die Milch auf, die Herves uns mitgegeben hat. Die Pferde sind noch müde und wir müssen die Beschläge von Pach und Flash erneuern. Ich stelle fest, dass mein Beschlagswerkzeug fehlt, zwei Dinge gleichzeitig, sind scheinbar eines zu viel in meinem Alter. Herves hat uns zwar einen Bock und eine Raspel gegeben, aber ohne Hammer oder Zange geht beschlagsmässig halt wenig. Der Bauer, bei dem wir gestern Kraftfutter und Heu geholt haben erscheint plötzlich und als ich frage, ob er bereit wäre mit mir hoch zu fahren, zu der Abrutschstelle, erklärt er klar, er wollte mich eh fragen, welchen Weg wir gekommen wären. Ich steige also ins Auto und wir fahren die eine Talseite runter, um die andere wieder hoch zu fahren, bis zur Stelle wo ich mein Werkzeug liegen gelassen habe, und Eureka, es liegt noch immer da. Dass wir den Weg allerdings runtergekommen sind, wollte er doch nicht recht glauben und überzeugte sich selber, in dem er die Spuren im Geröll suchte und fand. Unglaublich unsere Pferde ….meinte er. Wir fuhren zurück und sattelten die Pferde. Noch wie wir dabei waren, erschien Herves und brachte uns ein zweites Frühstück, bevor er sich endgültig verabschiedete. Wir führen die Pferde hinunter zum Hof des Bauern, da wir dort nochmals Heu füttern können und den Beschlag von Pach und Flash erneuern können. In einem kühlen Unterstand stehen die Pferde, mangen an ihrem Heu und wir nehmen die Duplos runter und feilen die Hufe nach.  Nach zwei Stunden sind die Pferde neu Beschlagen und wir durstig und verschwitzt. Wir führen die Pferde ins nächste Dorf, aber es gibt erst ein Dorf weiter eine Einkaufsmöglichkeit. Die Pferde stehen vor der Migros und ein Mädchen fängt mit Pat ein Gespräch an, das diese aber nicht beantworten kann, weil sie die Hälfte der Frage nicht versteht. Sie hängt sich wirklich rein und ruft eine Stallbesitzerin an, ob wir die Pferde bei ihr einstellen können. Sie lehnt jedoch ab. Das Mädchen besteht darauf, dass wir auf jeden Fall zu Ihr zurück kehren, wenn wir oben nichts finden. Die Pferde sind trotz Kraftfutter und Heu nicht gut drauf und machen nicht vorwärts. Gerade aus und Bergrunter müssen wir sie fast ziehen. Es nervt. Es ist schon elf Uhr und wir entscheiden, noch den Berg hoch zu gehen und dann einen Platz zu suchen, damit die beiden etwas Ruhe haben. Der Fussweg ist geschottert und wir lassen uns von den Pferden hoch ziehen. Offensichtlich ist es den Pferden jetzt klar, dass es vorwärts geht und sie ziehen endlich etwas an. Wir kommen nach Verbier und führen die Pferde bis zum Turismuszentrum. Dort werde ich professionell abgefertigt mit der Information, ich solle doch im Pferdezentrum nachfragen. Eine Karte wird mir in die Hand gedrückt und ich bin entlassen. Wir nehmen den Weg quer durchs Dorf und plötzlich werden wir angesprochen, von der Frau, die das Mädchen angerufen hatte. Wir seien doch die, die unten nach einer Übernachtung gefragt hätten. Sie hätte verstanden, wir wollten eine Woche bleiben. Eine Nacht wäre kein Problem gewesen. Wir erklären, was wir suchen und sie fängt an zu telefonieren. Nach 20 Minuten hat sie den Besitzer und den Pächter einer kleinen Wiese direkt an der Strasse für uns organisiert. Wir satteln ab und legen unser Zeug unter ein Walliser Haus. Die Pferde werden auf der satten Wiese eingezäunt und der Nachbar ist bereit ein Auge auf die Pferde zu haben. Wir gehen einkaufen und werden dann zum Abendessen von der Stallbesitzerin abgeholt. Sie bringt Kraftfutter und Heu und wir gehen essen, 

 



Freitag, 11.9.09  Nendaz  

Christine, die Stallbesitzerin, steht extra früh auf, um uns Kaffee zu machen und bringt uns hinunter zur Weide unserer Pferde. Pat putzt die Pferde, während ich den Zaun abbaue und beim satteln stelle ich fest, dass eine meiner Proviantbeutel fehlt.  Es ist der mit den Landjägern, aber vom Beutel finden wir keine Spur. Kinder waren es sicher nicht, denn alles ist völlig unberührt. Nur der Beutel fehlt. Ein Fuchs?  Ein streunender Hund? Nun wir reiten ab, ohne Beutel und damit auch ohne Mittagessen, in der Hoffnung unterwegs was zu finden. Wir klettern mit den Pferden zum La Ruinette hinauf. Unterwegs stellen wir fest, dass Pach lahmt. Können wir es wagen? Wir klettern weiter hinauf und treffen auf Bergführer, die uns kategorisch erklären, mit Pferden käme man da zwar rauf, aber auf der anderen Seite nicht hinunter. Und auch wenn wir es schaffen würden, am Pass danach sei dann sicher Schluss. Dazu die Ungewissheit mit Pachs Lahmheit ? Wir entscheiden, nicht den Passweg zu nehmen sondern auf dem Höhenweg Richtung Nendaz den Mont Gond zu umgehen. Der Weg führt zuerst mal steil bergab zu einer Alm, und dann folgen wir einem der berühmten Walliser Wasserwege, dieser derjenige der Gemeinde Saxon, die als Bewässserungsanlage das Wasser travers zum Berg fliessen lassen und dabei immer wieder die senkrecht verlaufenden Bäche überbrücken. Der Weg ist etwas abenteuerlich mit manchmal einem nur 30 cm breiten Steinwall, links geht es 50 m senkrecht runter und rechts verläuft der trockene Kanal, der aber auch etwa 2 m tiefer liegt. Also wenn Abstürzen, dann nach rechts. Wir kommen zum Ende des Kanals und zu einer Cabana, wo wir dann um 4 Uhr nachmittags unser Mittagessen einnehmen.  Wir entscheiden, da Pachs Fuss nicht besser wird, nach Nandez abzusteigen. Unterwegs rufe ich meinen Bruder an, der in meinen Emails nachschaut, denn ich erinnere mich, dass 1 Woche vor unserem Abritt eine Kollegin aus einer Ausbildungszeit mich angeschrieben hat, und die ja hier vielleicht wohnt. Und es ist so, ich rufe Käthi an und sie ist sofort bereit, für Unterkunft und Quartier zu sorgen. Sie fährt mich zur Migros, damit ich unsere Lebensmittel aufstocken kann und wir unterhalten uns glänzend mit ihrer Familie und der versammelten Verwandtschaft, die gemeinsam mit uns die delikaten Spagetthi a la Patrice geniessen. 




 

Samstag 12.9.09  Louet  

Pach scheint normal zu gehen. Wir nehmen zuerst die Strasse Richtung Hermence und kommen bald wieder auf einen Wasserweg, dem wir auf der Höhe der 1700 m Linie folgen. Der Weg ist angenehm zu gehen, diesmal führt der Kanal sogar noch Wasser und der Weg führt durch bewaldete Berghänge und später verliert er sich in den privaten Grundstücken, bevor er plötzlich, als Forstweg wieder weiterführt. Der Wanderweg führt steil hinunter ins Tal, es ist nur noch ein schmaler Pfad der im Zickzack hinuntergeht und auf der anderen Seite geht es genau so steil wieder hinauf. Wir sind völlig verschwitzt als wir 600 hm weiter oben in Masse endlich ankommen. Wir haben noch nicht die Hälfte der Tagesetappe geschafft und es ist bereits drei Uhr. Wir verzichten auf den geplanten Pass und gehen auf der Teerstrasse Richtung Nax wo wir einer Reitergruppe begegnen. Sie erklärt uns, dass es in Louye zwei Pferdeställe gäbe und wir dort sicher unterkämen. Wir wollen keine Klettersteige mehr sehen heute und wählen deshalb den Forstweg, der uns dorthin bringen soll. Sicherheitshalber frage ich einen Passanten ob der Weg durchgängig Forstweg sei, er bejaht dies. Kaum 5 km den Weg gegangen, hört er plötzlich auf und der Walliser Klettersteig hat uns wieder. Wieder klettern wir über Felsbrocken und um engstehende Bäume herum, queren ein Geröllfeld nach dem anderen und kommen dann endlich abgekämpft in Louye an. Beide Pferdeställe stehen leer, aber es ist auch niemand zu finden, und als ich in der Dorfgaststätte, die Telefonnummern der beiden Besitzer erhalte, nimmt niemand ab. Sie seien wohl zum Fest ins Nachbardorf gegangen und kämen erst spät wieder. Ein freundlicher Nachbar gibt mir den Tipp, doch unten beim Bauern zu fragen. Dieser ist glücklicherweise da und willigt ein, die Pferde mit Heu und Kraftfutter sowie grüner Weide zu versorgen. Er zäunt uns eine Wiese ein und wir dürfen aus dem Sack (ca 1 to) soviel Kraftfutter nehmen, wie wir wollen. 

 



Sonntag, 13.9.09 Susten Leuk  

Wir sind schon früh unterwegs hinauf Richtung Vercorin und kommen gut voran. Auf dem Weg die Strasse hinunter Richtung Pinsec wird es klar, dass Pach wieder heftig lahmt. Wir brechen ab und gehen den Weg hinunter ins Tal, da wir so nicht weiter können. Unterwegs nach unten ruft Pat alle Ihre Freunde und Bekannten an, um einen Transport für Pahlavan und Domingo zu organisieren.  Unsere Freunde im Goms besorgen uns eine Uebernachtungsstation in Susten, wo wir sehr herzlich aufgenommen werden. Tildi hat nicht nur eine Familie mit Hunden und Katzen zu versorgen sondern nennt auch noch x Pferde und 2 Kamele ihr eigen, daneben ist sie noch Ärztin. Hut ab vor der Dame. Wir werden super versorgt, nur Flash macht auf Panik als er der zwei Kamele gewahr wird. Um halb Neun abends kommt Thomas aus Freiburg und bringt Domingo, im Tausch gegen Pachlavan. 



 

Sonntag, 14.9.09  Geschinen  

Domingo ist fit und steckt voller Schabernack. Er spielt fangen mit mir und düst mir zweimal ab auf die Weide, bevor ich das Tor schliessen kann. Wir misten die Weide und warten auf die Tildi, sie scheint noch zu schlafen. Wir hinterlassen eine Notiz und ziehen ins Dorf, um Kaffee zu trinken und ein Gipfeli zu essen. Der Weg verläuft entlang der Rotte, wie hier die Rhone heisst und zwar neben dem Damm als schöner Sandweg. Wir traben die ersten zwei Stunden durch und erreichen das Pferdecentrum Cavallo gegen 10 Uhr, wo wir Kaffee und ein Sandwich zu uns nehmen. Die Pferde stehen auf einem Sandplatz und sollten dort eigentlich Heu fressen und sich ausruhen, stattdessen wälzen sie sich mit dem gesamten Sattelzeug und stehen dann friedlich bei der Heubox und tun so als ob die Welt völlig in Ordnung wäre. Wir folgen dem Dammweg und gehen nur dort Schritt, wo der Teer uns dies abverlangt. Bald erreichen wir Morell, die Uebernachtungsstation der Oberwalliser Wanderreiter und verlassen die Kantonsstrasse, um auf einer Seitenstrasse nach Ausserbin zu gelangen. Dies bringt nochmals fast 10 km Distanz, aber es ist ein wunderschöner Panorama weg und die Pferde bringen uns flott hinauf. Eine Stunde später zeigen sich die ersten Ermüdungserscheinungen und wir führen die Pferde hinauf bis nach Ausserbin, wo wir etwas trinken und die Pferde grasen lassen. Andreas aus Geschinen wird uns in Ernen abholen und die restlichen 20 werden wir aus Rücksicht auf Domingo per Transporter hochfahren.  Wir sind der Meinung dass dies für den ersten Tag absolut reicht. Die Pferde werden auf eine überständige Weide im Wald entlassen und wir nächtigen in einem kleinen Chalet im Moos. Wir fahren mit Andreas zurück in den Ort und geniessen dort mit der Familie ein gemeinsames Abendbrot . Es fängt an zu regnen und Andreas fährt uns ins Moos bevor, er dort nicht mehr wenden kann. 

 



Dienstag, 15.9.09 Airolo  

Als wir in der Früh hinausgehen regnet es, die Wolken hängen tief über uns und dort wo wir von den Bergen was erkennen können, sind sie weiss. Die Pferde brauchen lange, bis sie sich von ihrer Weide trennen können und noch länger um nach dem Aufsatteln in die Gänge zu kommen. Es regnet als wir der Rotte, so heisst der obere Lauf der Rhone, nach Ulrichen hochziehen. Und es regnet noch immer als wir den Nufenen Pass hinauf gehen. Nichts da mit schönem Wanderweg abseits der Strasse, wir klopfen Teer bis zur Passhöhe, wo der Regen in Schnee übergeht. Der wunderschöne Wanderweg bleibt links liegen. Es ist zu rutschig auf den schneebedeckten Steinplatten.  300 hm weiter unten der umgekehrte Prozess und Kalt und durchnässt kommen wir nach 40 km endlich in Airolo an. Im Restaurant fragen wir nach einer Stallmöglichkeit für die Pferde und landen bei Ramelli, einem Bauern auf der anderen Talseite, der uns zwei Boxen, Heu und Kraftfutter zur Verfügung stellt. Wir gehen in eine Pension, damit Pat ihre müden Knochen aufwärmen kann.  

Wir haben heute die 1000 km Marke erreicht.. 

 




Mittwoch, 16.9.09  

Und täglich grüsst das Murmeltier. Wir stehen auf, es regnet. Wir füttern die Pferde es regnet etwas heftiger, wir gehen Frühstücken, es regnet, wir satteln auf, es regnet heftiger. Wir ziehen oberhalb von Airolo dem Berg entlang und geniessen die Aussicht ins nebelverhangene Tal. Der Weg den ich in der Swisstopo gefunden habe, der mich eigentlich auf die Fahrstrasse zum Lago Ritom bringen sollte, ist nicht mehr da. Wir reiten den ganzen Weg vor bis Altanca, und nehmen dort den Wanderweg, der diretissima den Berg hinauf führt. In Altanca werden wir von einem jungen Mann angesprochen, ob dies Araber seien, wir bestätigen und er verschwindet. Minuten später, wir wollen gerade austreten, als er mit dem Auto hinter uns hält und mit dem Handy auf mich zukommt. Er drückt mir das Handy in die Hand und verdeutlicht mir auf Italienisch, ich möchte doch mit seiner Freundin sprechen. Sie hatte einen Araber Schimmel der so aussah wie Domingo und ihr Freund habe sie angerufen, weil er so begeistert sei, ein fast gleiches Pferd wieder zu sehen. Sie fragt, was wir machen und ich erkläre ihr die Situation und auch dass wir im Val Bleno eine Unterkunft für die Pferde bräuchten, da es vermutlich den ganzen Tag regnen wird. Sie spricht ein paar Minuten mit Ihrem Freund und dieser sucht im Telefonbuch eine weitere Nummer und ruft diese an. Wieder drückt er mir das Telefon in die Hand und wieder ist eine schriftdeutsch sprechende Frau am Telefon.  

Sie heisst Moni, hat Pferde, wohnt in Campera im Blenio und ist bereit unsere Pferde in Ihrem Kuhstall einzustellen. Sie gibt mit ihre Nummer und ich verspreche anzurufen, wenn ich oberhalb von Olivone ankomme. Die Pferde führen uns auf alten Römerwegen bergwärts und kurz bevor ich die Gamaschen montiere, rutscht Flash mal wieder aus und reisst sich seine Wunde wieder auf.  Wir ziehen die Gamaschen drüber und marschieren weiter hinauf bis zum Rifugio am Lago Ritom. Der Wirt meint, die Wege sind kein Problem für die Pferde, und wünscht uns viel Spass bei dem miesen Wetter. Wir traben dem See entlang, ich verliere dabei mein Proviant Sack und muss ihn neu aufbinden. Es regnet und bläst und je weiter hinauf wir kommen, desto heftiger wird es. Der Wind zerrt an unserem Regenschutz und es dauert eine Weile bis wir ihn so befestigt haben, dass er nicht mehr losreisen kann. Wir erreichen die Passhöhe, die Pferde laufen am losen Zügel vorwärts abwärts in schräger Kopfhaltung, um dem peitschenden Regen möglichst wenig Angriffsfläche zu geben und es hört plötzlich auf zu blasen. Wir führen die Pferde die andere Seite im sich lichtenden Nebel hinunter und kommen auf eine Weide, wo ein einsame Araberstute steht. Ein Kuhzaun mit Einstieghilfe für die Wanderer hindert sie nicht, sich uns anzuschliessen und wir gehen vor zur Lukmanier Passtrasse. Wir gehen ein paar Meter die Strasse hinunter als ein Auto anhält und ein Mädchen fragt, ob wir die wären die in Campera übernachten wollten. Es ist die Tochter von Moni, die uns genaue Instruktionen gibt, wie wir zu Ihrem Haus kommen.  Auf der alten Passtrasse führen wir die Pferde im nachlassenden Regen das Tal hinunter, bis wir nach Campera kommen, wo uns die Schwester des Mädchens abholen kommt und zum Haus führt. Die Pferde erhalten im Kuhstall einen Berg Heu und wir geniessen Käse und Brot und quatschen die längste Zeit mit Moni, die aus Zürich kommt.  Später am Abend bereite ich eine der Trekkingmahlzeiten zu und das jüngere der beiden Mädchen, isst mit uns, während die Mutter und die ältere Tochter sich um die Schafe im anderen Ort und der Vater um die Kühe und den Käse kümmert. 

 



Donnerstag, 17.9.09 Giacomo  Der Wecker bimmelt um 6 und wir stürzen ans Fenster. Endlich es hat aufgehört. Es regnet nicht.  Wir Frühstücken unten und planen die weitere Route. Pat versorgt die Pferde, während ich mögliche Routen am PC ausarbeite. Pat telefoniert mit Ihrer Mutter und nach dem wir abgeritten sind, erhalten wir die Bestätigung, dass sie uns abholen kommen wird. Wir entscheiden nun doch die Greina zu machen und dann hinunter nach Bonnaduz zu gehen, wo wir den Hänger und das Auto von Pat finden werden. Der Alpenpässeweg nimmt uns hinunter noch Olivone, wo wir einkaufen. Wir reiten das Tal hinauf und es scheint mal wieder die Sonne. Am Ende des Tales, dort wo die Greina beginnt, ist es neblig, aber hinter uns scheint die Sonne und Schönwetterwolken türmen sich am Himmel. Es sind etwa 17 km bis wir den Wanderweg hinauf zur Scaletta Hütte erreichen und auf engen felsigen Pfaden führt der Weg hinauf zur Greina, einem einzigartigen Hochplateau, zwischen Bergwänden. Das Tal öffnet sich weit und wir reiten für 2 Stunden durch die faszinierende Landschaft. Wir treffen andere Wanderer und diese machen ein paar Fotos von uns. Am Ende des Tales, lassen wir die Pferde nochmals grasen, bevor wir den 300 hm höher gelegenen Passo Diesrut in Angriff nehmen. Oben angekommen sehen wir nur ein grünes Tal vor uns, die dahinter liegenden Berge sind vom Nebel verhüllt.  Der Abstieg ist eigentlich unproblematisch, für unsere bergerfahrenden Pferde, aber Domingo passt nicht auf und rutscht auf einem Fels aus und schürft sich ein paar mal auf, bevor er wieder steht und Pat durch den Bach folgen kann. Wir kommen zur Alp Diesrut und erhalten vom Senn ein Glas frische Kuhmilch.Vor uns öffnet sich das Tal und malerisch liegen die ersten Weiler von Vrin in frischem Weidegrün eingebettet vor uns.  Wir versuchen in San Gicaomo unter zu kommen, und wir erhalten Obdach in einem Schafstall oberhalb des Gasthauses, in dem wir Abendessen. 




Freitag, 18.9.09 Vrin Ilanz  

Der zweitletzte Tag unserer Reise. Die Pferde sind gut versorgt im Schafstall und wir haben einen Stock drüber im Heu geschlafen. In der Früh lassen wir die Pferde grasen und satteln dann ohne Frühstück auf, da die Wirtin erst viel später aufmacht. Aber 30 Minuten später werden wir in Vrin mit einem herzlichen und reichhaltigen Zmorge versorgt, in der lokalen Bäckerei. Der Panorama Weg hinunter nach Ilanz ist so richtig was gemütliches, wir machen jede Menge Pausen und schlendern durch ein wunderschönes Tal, mit verstreuten Heuschobern auf leuchtend grünen Wiesen und und kommen nach 25 km in Luvren an, wo wir von einem Bauern eine Wiese beim Grillplatz zugewiesen und einen Berg Heu für die Pferde bekommen. Wir richten unser Lager unter einer 200 jährigen Fichte und gehen hinauf ins Dorf um im Uistra Abend zu essen. 

 



19.9.09 letzter Tag nach Bonaduz  

Wir steigen hinab nach Ilanz und genehmigen uns beim Becker unser Frühstück. Die Pferde belegen zusammen einen Parkplatz und dösen in der Sonne ohne angebunden zu sein.  Wir folgen dem Rhein durch die Rheinschlucht hinunter. Der Weg ist wunderschön und lädt zum traben ein. Immer wieder kommen wir durch kleine Dörfer und Weiler und die Sonne scheint warm auf unseren Rücken. Nachmittag erhalten wir einen Anruf von der Mutter von Pat, die den Hänger nach Bonaduz gefahren hat. Wir vereinbaren uns, um ca. 15.00 Uhr dort zu treffen und nehmen die restlichen km unter die Hufe. Schon bald haben wir das Dorf oberhalb von Bonaduz erreicht und ein letztes mal führen wir die Pferde den Berg hinunter ins Tal.  

 



Flash ist über 1200 km und 45.000 Höhenmeter insgesamt 1681 Leistungkilometer in den 28 Tagen marschiert. (60 Lkm/Tag), Pahlavan hat ebenfalls über 900 km und 43000 Hm erklettert und bis auf einige Schrammen sind wir ohne grössere Blessuren heil nach Hause gekommen. Wir haben mehrere Halbtagspausen gemacht, weil die Pferde damit besser klar kommen, und Flash hat neben Gras und Heu (soviel wir kriegen konnten) jeweils 2 x 1 kg Kraftfutter bekommen, wobei es sein kann, dass Pat da ab und zu etwas zu seinen Gunsten gemogelt hat. Flash hat etwas an Gesamtgewicht verloren, aber an Muskelmasse sicherlich zugelegt. Er steht da wie eine Bronzefigur.  

 



Die Berge im unteren Wallis sind für unseren Geschmack zu heftig, und leider gibt es zu wenige Bergwege, die wirklich pferdetauglich wären. Die Rohne bzw Rotte jedoch lädt mit wunderschönen Wegen zum Reiten ein. Der obere Teil des Wallis und die gesamte Route durchs Berner Oberland kann man jedoch jederzeit empfehlen.  

Bedanken möchten wir uns vorallem, bei den sehr gastfreundlichen Bauern und Reitern der Schweiz, die zum Teil mehr als nur Ihre Tore geöffnet haben, um unsere Pferde und uns zu versorgen. Herzlichen Dank. 

 

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